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10:32 21 Oktober 2019
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    Pentagon: Gegen Kalten Krieg, aber für Waffen an Russlands Grenzen

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    EU- und US-Sanktionen und schweres Militärgerät in osteuropäischen Mitgliedstaaten sind beste Mittel gegen Russlands Versuche, die NATO zu untergraben, wie der US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Montag während seines Besuchs in Berlin erklärte.

    „Russland versucht, die NATO zu untergraben und die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stabilität mit seinem  jüngsten Atomsäbelrasseln zu bedrohen“, sagte der Pentagon-Chef.

    Dabei sprach er sich für die Fortsetzung der Wirtschaftssanktionen aus. Das könnte die Kosten Russlands für seine Aggression anheben, so Carter.

    „Wir wollen keinen Kalten und schon gar nicht einen heißen Krieg mit Russland", sagte Carter, bestätigte jedoch die Pläne des Pentagons, schweres Militärgerät in den osteuropäischen Nato-Mitgliedstaaten zu stationieren: „Das ist etwas, was wir erwägen".

    Des Weiteren sprach er sich für die Lieferung von Rüstungsgütern in die Ukraine aus. „Wir haben Fahrzeuge in die Ukraine geliefert, wir haben Waffen geliefert. Und wir werden das auch weiterhin tun", betonte er.

    In Bezug auf die Ukraine-Krise werden die Vereinigten Staaten sich Russland entgegenstellen, so Carter. Trotzdem sei die Zusammenarbeit mit Russland hinsichtlich Irans und des Kampfes gegen Terror weiterhin vorgesehen. "Die US-und europäischen Sanktionen sind das beste Instrument gegen Russland", fügte er hinzu.

    Mit Blick auf die Beziehungen mit den Verbündeten, forderte der Pentagon-Chef die europäischen Länder und insbesondere Deutschland auf, die Rüstungsausgaben für die Nato zu erhöhen, und wies darauf hin, dass die Vereinigten Staaten derzeit bis zu 70 Prozent aller Ausgaben übernehmen. Laut Carter muss die Nato in der Lage sein, mehrere Probleme auf einmal zu lösen, denn "die Vereinigten Staaten können nicht die Probleme nur in Europa lösen."

    Demnächst wird sich der US-Verteidigungsminister in Münster mit seiner deutschen Kollegin Ursula von der Leyen treffen, wo, laut einem Sprecher des Pentagons, eine atomare Aufrüstung in Europa als Reaktion auf Russlands Kurs besprochen werden könnte.

    Mitte dieser Woche versammeln sich die Verteidigungsminister der Nato-Länder in Brüssel, um ein Geheimdokument des Nato-Oberkommandos zu behandeln. Die Allianz will die realen Möglichkeiten des Kernwaffenpotentials Russlands analysieren.

    Den Anlass dazu gab die Erklärung Wladimir Putins, Russland habe vor, seine Arsenale demnächst durch 40 neue interkontinentale ballistische Raketen zu verstärken, die in der Lage sind, selbst die modernsten Raketenabwehrsysteme zu überwinden

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    Tags:
    Atomwaffen, Waffen, Aggression, Sanktionen, US-Verteidigungsministerium, NATO, Pentagon, Wladimir Putin, Ursula von der Leyen, Ashton Carter, Russland, USA