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10:23 20 August 2019
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    Adolf Hitler in seinem Mercedes-Dienstwagen

    Abgeordneter will Russen über NS-Vergangenheit deutscher Hersteller informieren

    © AFP 2019 / INP
    Politik
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    Die Produkte von Unternehmen, die mit dem NS-Regime im Dritten Reich zusammengearbeitet haben, sollen künftig in Russland mit einer speziellen Markierung gekennzeichnet werden, wie Alexej Schurawljow von der Kreml-Partei „Geeintes Russland“ fordert. Er unterbreitete am Montag in der Staatsduma (Unterhaus) einen entsprechenden Gesetzentwurf.

    Mit seinem Vorstoß will der Abgeordnete einerseits gegen die Verdrehung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges kämpfen und andererseits die Landsleute zu einem Verzicht auf Importwaren bewegen, wie die Tageszeitung „Izvestia“ schreibt. Nach Angaben des Radiosenders „Goworit Moskwa“ verzichtete der Abgeordnete bereits auf seinen deutschen Mercedes und fährt nun einen tschechischen Skoda.

    Die von ihm eingebrachte Vorlage verpflichtet die Unternehmen, die mit der NSDAP und der Nationalen Faschistischen Partei Italiens wirtschaftliche Beziehungen gehabt hatten, dazu, über diese Beziehungen bei der Werbung für ihre Produkte zu informieren.  „Es muss anerkannt werden, dass die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges verdreht werden“, sagte der Abgeordnete laut „Izvestia“. „Laut Medien denken viele Jugendliche in Japan, dass die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki von der Sowjetunion abgeworfen worden seien und die Amerikaner hingegen sie heldenhaft verteidigt hätten. Das Gleiche passiert auch in Europa.“

    Mit seinem Vorschlag wolle er die junge Generation in Russland darüber informieren, „dass es immer noch Firmen gibt, die seinerzeit für das Dritte Reich gearbeitet, Giftstoffe und Waffen gebaut haben“.  Es handle sich keinesfalls um ein Verbot der ausländischen Produkte, sondern um das Informieren der Verbraucher, betonte der Abgeordnete. „Aber wenn BMW Flugzeuge baute, die unsere Städte bombardierten, so dann müssen unsere Bürger das wissen“. Der Abgeordnete Alexej Kasakow (LDPR) lobte den Entwurf. Laut ihm sollten die Menschen wissen, wer vom Krieg profitiert hatte.

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus (Nazismus), BMW, LDPR, Skoda, Mercedes-Benz, Staatsduma, Geeintes Russland, NSDAP, Alexej Kasakow, Alexej Schurawljow, Hiroshima, Nagasaki, Russland