22:33 25 September 2017
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    Kampf um Gasrabatt: Kiew bittet G7 um Beistand bei Gesprächen mit Russland und EU

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    Politik
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    Der ukrainische Regierungschef Arsenij Jazenjuk hat die sieben führenden Industrienationen (G7) darum gebeten, Kiew bei den Gesprächen mit Russland und der Europäischen Union über ein neues dreiseitiges Gasabkommen zu unterstützen. Die Ukraine will bei den Gesprächen wieder einen Preisnachlass für russisches Gas durchsetzen.

    Bei einem Treffen mit den G7-Botschaftern in Kiew würdigte Jazenjuk den Beitrag der führenden Industrienationen dazu, dass die Ukraine im vergangenen Jahr mit Russland und der EU ein dreiseitiges Gasabkommen erzielen konnte, wie das Presseamt der ukrainischen Regierung am Donnerstag mitteilte. „Der Regierungschef bat die G7-Mitgliedsländer darum, die Ukraine bei der Durchsetzung eines solchen Mechanismus jetzt zu unterstützten.“ Dies sei notwendig, um einen „sicheren Gastransit in die EU und die Versorgung der Ukraine zu garantieren“.

    Der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin teilte am Donnerstag mit, dass am 30. Juni in Wien ein trilaterales Gastreffen zwischen der Ukraine, Russland und der EU-Kommission stattfinden werde. Er hoffe, dass Russland sich bis dahin auf die Höhe des Gasrabatts für die Ukraine festlege.

    Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am gestrigen Mittwoch, Gazprom könne der Ukraine nicht mehr den bisherigen Rabatt gewähren, weil die Öl- und Gaspreise stark gefallen seien. Laut Putin muss die Ukraine jedoch nicht teurer für das Erdgas bezahlen als die Nachbarstaaten.

    Gazprom hatte im vergangenen Jahr von Juni bis Dezember kein Gas mehr an die Ukraine geliefert, weil Kiew seit Monaten die Rechnungen nicht mehr bezahlt und seit November 2013 Schulden in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar angehäuft hatte. Nach monatelangen Verhandlungen vereinbarten Russland, die Ukraine und die EU-Kommission Ende Oktober einen Winterplan für die Gasversorgung, der eine Wiederaufnahme der Gaslieferungen an die Ukraine vorsah und einen reibungslosen Transit in die EU in der Winterzeit garantieren sollte.

    Laut dem Plan musste die Ukraine bis Jahresende einen Teil ihrer Milliardenschulden an Russland zurückzuzahlen und durfte bis April Erdgas gegen Vorkasse und zu einem Sonderpreis beziehen. Die Ukraine ist finanziell schwer angeschlagen. Das Finanzministerium in Kiew hält schon im Juli einen Staatsbankrott für möglich.

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    Tags:
    Erdgas, EU, G7, Wladimir Putin, Arsseni Jazenjuk, Kiew, Russland, Ukraine
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