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    Baschar al-Assad

    Assange: Saudis, Katar und Türkei schlossen 2012 Geheimpakt über Assad-Sturz

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    Saudi-Arabien, Katar und die Türkei haben sich laut Julian Assange bereits 2012 insgeheim darauf verständigt, den syrischen Staatschef Baschar al-Assad zu stürzen. Damit kommentierte der mit internationalem Haftbefehl gesuchte investigative Journalist aus Australien die jüngsten Veröffentlichungen seiner Enthüllungsplattform WikiLeaks.

    WikiLeaks hatte 19. Juni 2015 mehr als 70.000 vertrauliche Unterlagen des saudischen Außenministeriums veröffentlicht. Unter anderem wurden geheime Depeschen des Außenministeriums, Berichte des Innenministeriums und des Geheimdienstes publik.

    „Aus den geheimen Dokumenten geht hervor, dass Saudi-Arabien, Katar und die Türkei bereits 2012 in einem Geheimpakt einen Sturz der syrischen Regierung vereinbart haben“, sagte Assange in einem Interview des russischen TV-Senders Rossija 1. „Auch die USA, Frankreich und Großbritannien haben dabei tatkräftig mitgewirkt.“

    Laut Assange operieren US-Verbündete im Nahen Osten immer „selbständiger und aggressiver“. „Saudi-Arabien galt schon immer Amerikas kleiner Hund im Nahen Osten. Aber manchmal ist der Hund groß genug, um sein Herrchen hinter sich herzuziehen.“

    Julian Assange hatte 2006 die Webseite WikiLeaks mit dem Ziel gegründet, Korruption in Zentralasien, China und Russland zu entlarven, aber auch geheime Aktivitäten westlicher Regierungen ans Tageslicht zu ziehen.

    2010 machte WikiLeaks mit der Veröffentlichung geheimer US-Berichte zum Afghanistan- und Irak-Krieg weltweit Schlagzeilen gemacht. Außerdem stellte die Plattform riesige Mengen an geheimen diplomatischen US-Depeschen ins Internet, die die Rolle der USA in verschiedenen internationalen Konflikten, darunter in Afghanistan und im Irak, enthüllen.

    Im selben Jahr wurde gegen WikiLeaks-Gründer Assange in Schweden ein Vergewaltigungsvorwurf erhoben. Assange, der die Anschuldigungen als politisch motiviert zurückweist, flüchtete der Australier in die ecuadorianische Botschaft in London und bat dort um Asyl, das ihm dann auch Woche gewährt wurde. Weil gegen ihn ein internationaler Haftbefehl besteht, kann der WikiLeaks-Gründer die Botschaft vorerst nicht verlassen.

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    Tags:
    WikiLeaks, Baschar al-Assad, Julian Assange, London, Schweden, Nahosten, Türkei, Katar