02:55 16 Dezember 2019
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    Russlands Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Wladimir Grinin

    Russlands Botschafter in Berlin: Abbruch bilateralen Dialogs „kolossaler Fehler“

    © Sputnik / Wladimir Rodionow
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    Als einen „kolossalen Fehler“ hat Russlands Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, Wladimir Grinin, den Abbruch von Kommunikationskanälen zwischen Deutschland und Russland bewertet, der gleichzeitig mit der Verhängung der Sanktionen erfolgte.

    „Dies ist ein sehr großer Fehler, der korrigiert werden muss“, betonte er in einem RIA-Novosti-Interview.

    Als Folge des abgebrochenen Dialogs, unter anderem im Rahmen der bilateralen Gruppen für Sicherheit sowie für Finanzen und Wirtschaft, habe sich eine ganze Reihe von nicht gelösten Problemen angestaut. „Gott sei Dank haben sich Menschen gefunden, die begriffen haben, dass der Petersburger Dialog nicht zerstört werden darf. Dies ist eine Urgrundlage für das Gespräch zwischen den Gesellschaften beider Länder“, erklärte Grinin.

    „Es finden sich aber auch Menschen und gewisse politische Kräfte, die beschlossen haben, diesen Dialog in einen Box-Ring zu verwandeln“, unterstrich er. „Dies ist nicht das, was wir jetzt brauchen. Natürlich muss man Streitgespräche führen, weil unsere Positionen hinsichtlich der Ursachen des Konflikts in der Ukraine stark auseinandergehen. Sie sind erforderlich, um gegenseitig die Auslegung des Völkerrechts zu erklären. Denn jedes Recht, darunter auch das Völkerrecht, lässt sich interpretieren. Es gibt unterschiedliche Interpretationen der Ereignisse in Jugoslawien wie auch unterschiedliche Interpretationen der Ereignisse in der Ukraine. Wir müssen aber eine gemeinsame Sprache finden.“

    Der Diplomat konnte keinen Termin für die Wiederaufnahme der bilateralen Regierungskonsultationen nennen. Offen stehe, ob sie parallel mit dem für den kommenden Herbst geplanten Petersburger Dialog stattfinden könnten. „Wenn wir mit unseren deutschen Kollegen darüber sprechen, antworten die uns: ‚Wissen Sie, wir vertreten nicht bloß uns selbst, sondern auch die EU. Wir halten uns an die europäische und an die transatlantische Solidarität.‘ Insofern kann man schwer sagen, wann sie alle zusammen eine positive Einstellung zu Russland erreichen könnten.“

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    Tags:
    Sanktionen, Petersburger Dialog, EU, Wladimir Grinin, Ukraine, Jugoslawien, Russland, Berlin, Deutschland