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12:55 18 Oktober 2019
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    Brzezinski: Wir sind längst im Kalten Krieg

    Brzezinski: Wir sind längst im Kalten Krieg

    © REUTERS / Joshua Roberts
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    Internationale Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt (146)
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    Zbigniew Brzezinski, von 1977 bis 1981 Nationaler Sicherheitsberater des demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter, erklärte in einem Interview für Spiegel Online, dass sich der Westen in einem neuen Kalten Krieg mit Russland befindet.

    „Wir sind längst im Kalten Krieg. Zum Glück ist es weiterhin eher unwahrscheinlich, dass daraus ein heißer Konflikt wird“, betonte Brzezinski.

    Allerdings dauere dieser Krieg nicht lange, weil der außenpolitische Druck heute gerade innenpolitisch spürbar sei, wie Brzezinski äußerte. In diesem Zusammenhang könne die Ukraine zusammenbrechen, was zu einer unvorhergesehen internationalen Situation führen werde.

    „Wenn also die Ukraine nicht zusammenbricht, dann wird der Druck daheim Russlands Führung zwingen, nach Alternativen zu suchen“, unterstrich Brzezinski.

    Zbigniew Brzezinski
    © AFP 2019 / Mandel NGAN
    Er verteidigte das Recht der USA auf die Stationierung von schweren Waffen in den an Russland angrenzenden europäischen Staaten. Nach seiner Ansicht ist es notwendig, wirtschaftlichen Druck auf Russland auszuüben. Dabei wäre es sinnvoll, der Ukraine Defensivwaffen zur Verteidigung der großen Städte zu liefern.

    Der ehemalige Sicherheitsberater des US-Präsidenten sagte, dass ein Ausweg für diesen Konflikt jenseits einer weiteren Eskalation in der Umsetzung der so genannten Finnland-Lösung bestehe. Auch setzt sich ein solches  politisches „Schwergewicht“ wie Henry Kissinger für diesen Plan ein.

    Eine „Finnlandisierung“ der Ukraine wäre ein angemessenes Verhandlungsziel: beziehungsweise eine EU-Mitgliedschaft bei engen wirtschaftlichen Verbindungen mit Moskau, militärpolitische Neutralität ohne NATO-Beitritt  und eine faire Minderheiten-Regelung.

    „Es braucht ein ähnliches Arrangement wie jenes zwischen Russland und Finnland, das seit Jahrzehnten für Stabilität und Frieden sorgt. Die Ukraine sollte das Recht haben, ihre politische Identität frei zu wählen und sich enger an Europa zu binden. Gleichzeitig muss Russland versichert werden, dass die Ukraine nicht in die Nato aufgenommen wird. Das ist die Lösungsformel“, schlussfolgerte der amerikanische Politiker.

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    Tags:
    Kalter Krieg, Konfrontation, Spiegel, Jimmy Carter, Henry Kissinger, Zbigniew Brzezinski, Russland, Finnland, Ukraine, USA