21:19 29 März 2020
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    China wird die Verstärkung der amerikanischen nuklearen Präsenz im Asiatisch-Pazifischen Raum keine Kernraketen auf Kuba stationieren, wie „The National Interest“ schreibt. Peking werde einen Konflikt mit Washington meiden.

    Letzte Woche hatte die taiwanesische „Want China Times“ unter Berufung auf das News-Portal Taihainet mitgeteilt, Pekin könnte Kernwaffen auf Kuba stationieren, sollten die USA taktische Kernwaffen im Asiatisch-Pazifischen Raum aufstellen.

    „Mit einer Stationierung interkontinentaler ballistischer DF-31-Raketen auf Kuba würde China eine Wiederholung der Karibik-Krise riskieren, heißt in „Want China Times“.

    Wie „The National Interest“ schreibt, ist es in erster Linie äußerst unwahrscheinlich, dass Washington in absehbarer Zeit taktische Kernwaffen im Asiatisch-Pazifischen Raum stationieren wird. Potentiell hätte eine Stationierung amerikanischer Raketen höchstens in Südkorea einen Sinn, wo sie im Falle eines Konflikts mit Südkorea zu einem Angriff auf das Kernwaffenarsenal Pjöngjangs und andere militärische Objekte eingesetzt werden könnten.

    Eine Mehrheit der Südkoreaner unterstützt eine Stationierung taktischer US-Kernwaffen auf der Halbinsel. Das US-Repräsentantenhaus hat vor kurzem das Pentagon gebeten, die Zweckmäßigkeit eines solchen Schritts zu prüfen.

    Der namhafte südkoreanische Politologe Moon Chung-in meinte allerdings, dass für die Stationierung von US-Kernwaffen in Südkorea kein Bedarf besteht: Washington würden die vorhandenen Atom-U-Boote, Bombenflugzeuge und interkontinentale ballistische Raketen im kontinentalen Teil der USA für einen eventuellen Widerstand gegen Pjöngjang zu leisten.

    Sollten sich aber die USA zu einer neuen Stationierung taktischer Kernwaffen in Südkorea entschließen, würde die Peking nicht mit einer Entsendung interkontinentaler ballistischer Raketen nach Kuba antworten. Dies ist, zum ersten, mit der jetzigen Kernwaffendoktrin Chinas nicht vereinbar, in der der Verzicht auf einen nuklearen Erstschlag betont wird. Außerdem würden amerikanische taktische Kernwaffen im Asiatisch-Pazifischen Raum keine nennenswerte Bedrohung für Peking haben. Drittens: Die militärische Zweckmäßigkeit einer Stationierung von Kernwaffen auf Kuba für China sei zweifelhaft. Zugleich würde ein solcher Schritt eine Krise in den Beziehungen mit den USA nach dem Muster der Karibik-Krise 1962 provozieren, schlussfolgert der Politologe.

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    Medien, Pjöngjang, Kuba, Peking, Südkorea, USA, China