SNA Radio
    Barack Obama und Raul Castro

    Tauwetter mit USA: Experte warnt Kuba vor Putschgefahr

    © REUTERS / Jonathan Ernst
    Politik
    Zum Kurzlink
    171666

    Kuba riskiert dem russischen Experten Alexej Fenenko zufolge einen Machtwechsel, sollte es mit den USA enger kooperieren.

    „Alles wird von der Politik der kubanischen Regierung abhängen: Wenn sie eine bestimmte Härte und Vorsicht zeigt, könnte ein Regimewechsel verhindert werden. Wenn sie Hoffnungen nährt, dass mit den Amerikanern ein Jahrhundert der Freundschaft beginnt, werden die USA in einiger Zeit einen Machtwechsel vorbereiten und durchführen“, so Experte Fenenko vom Institut für Probleme der internationalen Sicherheit.

    Die USA und Kuba kündigten im Dezember 2014 überraschend an, die bilateralen Beziehungen verbessern zu wollen. US-Präsident Barack Obama rief den Kongress dazu auf, das mehr als ein halbes Jahrhundert andauernde Handelsembargo gegen den Inselstaat aufzuheben. Am Mittwoch verkündete Obama die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Kuba und die Wiedereröffnung der Botschaften der beiden Länder.

    Laut Fenenko kann von einem Durchbruch in den Beziehungen zwischen Kuba und den USA jedoch noch nicht die Rede sein. Wie der Experte sagte, wächst bei den Amerikanern das Gefühl, dass sie ihre Positionen in Südamerika verlieren. „Deshalb muss Obama zumindest einen sichtbaren Erfolg vorweisen, um zu zeigen, dass die Bemühungen in der lateinamerikanischen Richtung nicht vergeblich waren“, ergänzte der Experte.

    „Zum Helden wird Obama nicht, aber er kann dafür wenigstens Rechenschaft ablegen“, sagte Fenenko.

    Die USA werden auf Kuba nicht im großen Stil investieren. „Es wird zu keinem Investitionsboom kommen, wenn die Amerikaner nur einen Regimewechsel vornehmen werden. Erinnern wir uns daran, was Kuba bis 1959 bedeutete: Zuckerrohr, Tabak und Prostitution –in diesen Bereichen könnte ein Investitionsboom erwartet werden“, betonte der Experte Fenenko.

    Kuba bleibe Russland als Partner erhalten. "Wir verlieren sehr wenig, wir sind aus Lateinamerika bereits 1987/1988 abgezogen, wir agieren seitdem dort nicht mehr als aktiver Akteur. Kuba wird in nächster Zukunft unser Partner bleiben, wenn die Amerikaner dort keinen Regimewechsel vornehmen werden, was jedoch nicht ausgeschlossen werden kann. Aber man kann nicht behaupten, dass Kuba eine Schlüsselrolle in unserer Sicherheitsarchitektur und Struktur der internationalen Beziehungen spielt ", sagte Fenenko.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Obama zu Wiederaufnahme der Beziehungen zu Kuba: Differenzen geblieben
    Kuba erstmals bei Amerika-Gipfel
    USA streichen Kuba von Liste der Terror-Sympathisanten
    US-Präsident Barack Obama erklärt Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kuba
    Tags:
    Barack Obama, Alexej Fenenko, USA, Kuba