17:06 02 Juni 2020
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    Die westliche Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Nahen Ostens und Nordafrikas ist einer der Gründe für die Ausbreitung von Terroraktivitäten im Land, wie der tunesische Botschafter in Moskau, Ali Gutalie, sagte.

    Bei dem Anschlag am 26. Juni in Tunesien, als ein junger Tunesier am Strand des Urlaubsortes Sousse gezielt auf Touristen geschossen hatte, kamen 39 Menschen, darunter auch eine Russin, ums Leben.

    Einer der Hauptgründe für solche Terroranschläge sei den Worten des Botschafters zufolge „die Methode, mit der man regionale Probleme in einer Reihe von Ländern zu lösen versucht“. Als Beispiel nannte er die Einmischung des Westens im Iran und in Libyen.

    „Ein Ergebnis dieser Einmischungen in die inneren Angelegenheiten war die Entstehung dieser (terroristischen – d. Red.) Gruppen und Milizen, es entstanden Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Islams, was zu einer Vertiefung des gegenseitigen Hasses führte“, sagte der Botschafter auf einer Pressekonferenz bei der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya.

    „Das (die Politik des Westens) hat die Verstärkung der IS-Aktivitäten stimuliert, sie fingen an, gegen Gegner zu kämpfen. Sicherlich hat das zum Terrorismus geführt“, betonte er.

    Der Diplomat wies darauf hin, dass in Libyen der Mangel an nationalen Behörden zu Chaos und Anarchie im Land führten, was sich zwangsläufig auf die Lage in Tunesien auswirkte.

    Darüber hinaus gebe es interne Ursachen für die Aktivität der Terroristen.Der Botschafter erinnerte daran, dass im Jahr 2011 in Tunis ein Machtwechsel geschehen war, und das Protestpotential der Bevölkerung bleibe nach wie vor hoch. Dies trage ebenfalls zu keiner Ordnung bei.

    Der bisher schwerste Terroranschlag in der Geschichte Tunesiens hatte sich am 26. Juni 2015 in El-Kantaoui, etwa zehn Kilometer nördlich der tunesischen Stadt Sousse, ereignet. Ein Einheimischer schoss auf dem Badestrand vor dem Hotel Imperial mit einer Kalaschnikow um sich, die er zuvor in einem Sonnenschirm versteckt hatte, und warf mehrere Handgranaten in Richtung Schwimmbecken und in die Direktionsbüros des Hotels. 40 Menschen kamen dabei ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Ali Gutalie, Tunesien, Libyen