SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
    6505
    Abonnieren

    Um eine Stabilität des Haushalts zu erreichen, muss die griechische Regierung beim Verteidigungs-Etat sparen, wie der Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament Philippe Lamberts äußerte.

    “Die Verteidigungsausgaben müssen reduziert werden. Die griechische Armee verfügt über mehr Truppen und Flugzeuge als Deutschland, und der Verteidigungshaushalt ist überdimensional hoch. Keiner hat bis jetzt dieser Tatsache widersprochen. Man muss die Regierung, die etwas unternehmen will, dazu auffordern, sich in dieser Richtung zu bewegen“, sagte Lamberts in einem Interview für die Internet-Plattform Bruxelles2.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist dagegen überzeugt, dass Griechenland weiterhin zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Verteidigung ausgeben sollte, wie er am Montag heute.de mitteilte. Auch die EU verlangt den Griechen derzeit fast alles ab, nur der Militär-Etat bleibt verschont.

    Griechenland verhandelt mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds über die Regelung seiner Schulden in Höhe von mehr als 240 Milliarden Euro, die nach der Rettung Athens vor dem Bankrott 2010 und 2012 entstanden sind.

    Laut einem Dokument, das früher den internationalen Kreditoren übergeben wurde und der Nachrichtenagentur RIA Nowosti vorliegt, bot Griechenland "die Kürzung der Decke der Militärausgaben um 200 Millionen Euro im Jahr 2016 und um 400 Millionen Euro im Jahr 2017 durch eine Reihe von Maßnahmen, einschließlich Kürzung der Zahl der Soldaten und der Einkäufe" an.

    Früher hieß es, dass der griechische Verteidigungsminister, Panos Kammenos, zurücktreten würde, falls die Verteidigungsausgaben verringert würden. Das würde den Zerfall der Regierungskoalition bedeuten. Denn ohne die Partei "Unabhängige Griechen“ unter dem Vorsitz Kamenos‘ hätte die Regierung von Alexis Tsipras keine Mehrheit im Parlament mehr — ihm würden zwei Stimmen fehlen.

    Letztendlich hat die Regierung auf die Kürzung der Militärausgaben verzichtet. Im Pressedienst des griechischen Ministerpräsidenten wurde dann mitgeteilt, dass "es von der griechischen Regierung keine Vorschläge zur Kürzung der Verteidigungsausgaben gab und geben könne“.

    Beim Referendum am Sonntag haben die Griechen die Forderungen der Geldgeber mit rund 61 Prozent der Stimmen abgelehnt, und nur 39 Prozent  haben sich dafür  ausgesprochen. In der vorigen Woche hatten die europäischen Gläubiger entschieden, die Verhandlungen mit Griechenland über die Möglichkeit einer weiteren finanziellen Unterstützung bis zu den Ergebnissen des Referendums einzustellen. Falls keine Vereinbarungen getroffen werden, ist ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nicht mehr auszuschließen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)

    Zum Thema:

    Griechenland nach dem Referendum: Feiern am Abgrund
    Nach Griechenland-Referendum: Tsipras ruft Putin an
    Referendum in Griechenland: Ein klares „Nein“
    Griechenland: Varoufakis tritt „auf Bitte von Tsipras“ zurück
    Tags:
    Referendum, EU, Griechenland