15:28 19 August 2018
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    Allianz Russland-China macht USA zum Außenseiter in Eurasien – The Financial Times

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    Politik
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    Russland und China entwickeln die sogenannte Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die den Einfluss der USA in Zentralasien schrittweise reduziert. Hinzu kommt, dass die Organisation einen Militärblock hat, der als Gegengewicht zur NATO dienen kann. All dies könnte die USA abseits stehen lassen, wie The Financial Times schreibt.

    Russland und China wollen die Entwicklung der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit  (SOZ) beschleunigen. Die erweiterte SOZ werde dann ihren Einfluss nicht nur in Zentralasien, sondern auch weit darüber hinaus ausüben können, berichtet die Wirtschaftszeitung.

    Die SOZ habe Erfolg bei der Lösung von territorialen Streitigkeiten zwischen ihren Mitgliedstaaten gezeigt, spielte bis jetzt jedoch keine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in dieser Region. Nun möchten die Mitgliederstaaten der Organisation, und insbesondere Russland und China, dies verbessern.

    Dabei werde erwartet, so die Zeitung, dass im Rahmen des SOZ-Gipfels, der diese Woche stattfinden wird, die Beitrittsanträge von Indien und Pakistan genehmigt werden. Darüber hinaus hoffe Moskau, dass auch Iran der Organisation beitreten könnte, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

    Es sei nicht auszuschließen, dass die Festigung der Beziehungen auch im militärischen Bereich stattfinden werde. Die meisten SOZ-Staaten seien ferner auch Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (internationales Militärbündnis OVKS, d. Red.), die von Russland gegründet worden sei. Somit sei die SOZ eine Blockstruktur, die zu einem Gegner der NATO werden könnte.

    Falls China eine entscheidendere Rolle bei der Problemerörterung der eurasischen Sicherheit auf globaler Ebene bekommen sollte, rechne Russland vor dem Hintergrund des Konflikts mit dem Westen damit, dass es in der Lage sein werde, die Machthebel zurückzubekommen, berichtet  die Financial Time.

    "Die russischen und chinesischen Spitzenpolitiker weigern sich, über die Gründung der Allianz zu sprechen, und unsere Länder behaupten, dass die Zusammenarbeit die Außenwelt nicht beeinflussen wird. Dies ist jedoch unmöglich. Wir sind unter strategischem Druck der Vereinigten Staaten. Solange die Vorherrschaft der USA besteht, werden sich unsere Beziehungen in diese Richtung entwickeln ", zitiert The Financial Times Yan Xuetong, den Dekan des Instituts für Moderne Internationale Beziehungen an der Tsinghua Universität (Peking).

    Zugleich ist der Direktor des Moskauer Carnegie-Zentrums Dmitry Trenin der Ansicht, dass die „Quasi-Allianz zwischen Moskau und Peking zu einem Ausschluss der Vereinigten Staaten aus der Region" führen könnte.

    Die Vereinigten Staaten  müssen dann von außen beobachten, was in Eurasien geschieht, so das Blatt.

    Laut The Financial Times  beobachtet Moskau seinerseits das Tempo der  wirtschaftlichen Entwicklung Pekings und seine Rolle als wichtigster Handelspartner und Investor für viele eurasische Staaten mit Wachsamkeit.  Die Interessen von China und Russland stimmen zwar nicht immer überein, doch Russland hat nicht die Absicht, seinen Einfluss abzutreten.

    Russland entwickeln sein eigenes Projekt in der Region — die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), China ist auf das Projekt  "Neue Seidenstraße" orientiert.  Die SOZ mit ihren etablierten Institutionen könnte künftig eine Plattform für die Konsolidierung der Integrationsbemühungen beider Länder werden, berichtet die Zeitung unter Bezugnahme auf russische Experten der internationalen Politik.

    Der SOZ gehören Russland, China, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan an. Die Mongolei, Indien, der Iran, Pakistan und Afghanistan haben einen Beobachterstatus in dieser Organisation. Pakistan und Indien haben im September 2014 einen Beitrittsantrag gestellt.

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    Tags:
    Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), NATO, OVKS, SOZ, Dmitry Trenin, USA, China, Russland
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