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21:12 22 Juli 2019
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    Amado Boudou, argentiniens Vizepräsident und Oberhauschef

    Argentinischer Vizepräsident: Sanktionen gegen Russland absurd und ungerecht

    © Sputnik / Vladimir Fedorenko
    Politik
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    Argentiniens Vizepräsident und Oberhauschef Amado Boudou hält die Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die unter Umgehung der Uno verhängt wurden, für absurd und ungerecht und verweist in einer Plenarsitzung des Föderationsrates (Russlands Oberhaus) auf die Anwendung von Doppelstandards in der internationalen Politik.

    „Solange Doppelstandards beibehalten werden, ist es unmöglich, eine internationale Gemeinschaft aufzubauen, die sich auf einen gleichberechtigten Dialog der Völker stützen würde“, sagte der argentinische Vizepräsident. 

    „Gut bekannt ist, dass das russische Volk oft mit einem solchen Verhalten konfrontiert wird. Dies beweist, dass die unter Umgehung der Uno eingeführten Wirtschaftssanktionen absurd und ungerecht sind.“

    Ihm zufolge verhängen einige Länder Strafen und ergreifen beliebige internationale Maßnahmen, die souveränen Entscheidungen widersprechen. Andere Staaten, die gezwungen sind, diese Beschlüsse anzunehmen, seien dagegen selbst nicht bereit, diese zu erfüllen.

    Der Politiker konstatierte, dass man sich vom Vorhandensein von Doppelstandards überzeugen könne, wenn es sich um die Verpflichtungen handele, die Uno-Resolutionen einzuhalten. Insbesondere betrifft dies laut Boudou die Ansprüche Großbritanniens auf die Falklandinseln (Malwinen).

    Weiterlesen: Argentinien: Falkland-Konflikt lenkt von Krise ab

    Außerdem übte der argentinische Senator Kritik an die Aktivitäten der internationalen Ratingagenturen. „Wer kann die Tatsache für vernünftig halten, dass vier Privatunternehmen entscheiden, wann und von wo Kapital aus einem Land in ein anderes fließen soll… Warum haben diese Institutionen mehr Einfluss als die Regierungen?“, unterstrich er. 

    Nämlich diese Ratingagenturen hätten als „Mechanismus für eine Ausweitung der Krise“ 2008 gedient, sagte er voller Überzeugung.  „Mit einer Hand haben sie die notwendigen Kapitalien gegeben, während sie mit der anderen Hand vollkommen erdrückende Entscheidungen getroffen haben. Und ihre Vorschriften waren für die Wirtschaftsführung ganz und gar nicht geeignet“, konstatierte Boudou.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine zugespitzt. Die EU-Staaten, die USA und Kanada hatten im Frühjahr 2014 das erste Paket von Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt, welches später ausgeweitet wurde.

    Thema: Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens

    Als Reaktion auf westliche Sanktionen verhängte Russland im August 2014 ein Einfuhrverbot für Agrarerzeugnisse aus den USA, den EU-Staaten, Kanada, Australien und Norwegen.

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    Einreiseverbot, Rating, Doppelstandards, Sanktionen, EU, Uno, Amado Boudou, Norwegen, Australien, Kanada, USA, Russland, Argentinien