18:50 19 November 2019
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    Standpunkt eines „Piraten“: Abhören von Partnern ist Unverschämtheit

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    Als eine „Unverschämtheit“ charakterisiert Kristos Thingilouthis, Landesvorsitzender des LV Hessen und Mitglied der „Pirates“ in Griechenland, die „systematische Spionage“ der NSA gegen die Kanzlerin und andere ranghohe deutsche Regierungsbeamte. „Man kann nicht Ministerien von Partnerländern ausspionieren und immer behaupten, es wäre nichts.“

    „Partnerschaften sehen für mich anders aus“, so der Politiker in einem Interview mit Sputniknews-Korrespondentin Maria Diakonova. „Gerade die Amerikaner als Partner sollten das eigentlich wissen. Man stelle sich vor, der BND würde Obama ausspionieren. Das wäre, aus meiner Sicht, auch fatal.“

    „Ich würde mir wünschen, dass die Bundesregierung für Aufklärung sorgt – gerade, dass der BND dem Bundeskanzleramt unterstellt. Ich würde mir wünschen, dass diese ‚Selektoren-Listen‘ endlich offen sind für alle“, äußerte er.

    Auf die jüngsten Abhör-Enthüllungen angesprochen, laut denen Kanzlerin Angela Merkel schon 2011 an der Überwindung der griechischen Finanzkrise gezweifelt haben soll, sagte Thingilouthis: „ Als griechischer Staatsbürger bin ich entsetzt, dass US-Amerikaner da einfach Spionagetätigkeiten tun. Ich denke, es wäre für die USA einfacher gewesen, bei den Ministerien oder bei der Kanzlerin anzurufen, als sie auszuspionieren. Vertrauen sieht wirklich anders aus. Und gerade in Griechenland mit der heutigen Situation ist es sehr schwierig… Und wenn man auch mitkriegt, dass da Informationen einfach abgegriffen wären… ich hätte mir da einen anderen Weg gewünscht als das — sowohl als Grieche, als auch als Pirat.“

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    Tags:
    LV Hessen, Bundesnachrichtendienst (BND), NSA, Angela Merkel, Barack Obama, Kristos Thingiloutis, Deutschland, USA, Griechenland