10:24 07 April 2020
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    BRICS-Gipfel in Russland (36)
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    Der BRICS-Gipfel in Ufa wird zeigen, dass die Kritiker der Idee Russlands von der Gründung eines diplomatischen Klubs für den Kampf gegen die Dominanz der westlichen Finanzinstitutionen Unrecht hatten, schreibt Cynthia Roberts, Dozentin vom College Hunters in New York, in einem Beitrag für die US-Zeitung "The National Interest".

    „Auf dem Treffen der Spitzenpolitiker Brasiliens, Russlands, Indiens, Chinas und Südafrikas zeigt Russland diese Woche in Ufa nicht nur, dass es nicht durch die westlichen Sanktionen isoliert ist. Dieser Gipfel zeigt die Verwandlung des BRICS-Klubs in “ein Konzert großer Mächte“, die auf die eigenen Prioritäten und nicht auf die Prioritäten Washingtons oder Brüssels konzentriert sind“, heißt es im Artikel.

    Die Entwicklung der BRICS-Gruppe wird durch eigene Institutionen bekräftigt, die parallel zu den Organisationen des prowestlich orientierten Bretton-Woods-Systems funktionieren werden. BRICS verkündet die Gründung der Neuen Entwicklungsbank. Die Finanzbehörden der BRICS-Länder werden von international erfahrenen Leuten vertreten. Einige von ihnen hatten angesehene Posten bei den größten Wirtschaftsstrukturen, wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds, so Roberts.

    Neben der Neuen Entwicklungsbank wurde ein Pool von Devisenreserven eingerichtet. Mit dem Pool können sich die Zentralbanken der BRICS-Länder bei Liquiditätsengpässen mit Dollars versorgen. Die BRICS-Staaten planen zudem die Gründung einer Ratingagentur, eines russisch-chinesischen Venturefonds sowie die Abwicklung von Devisenswaps und die Erweiterung der Mechanismen für den Handel in den Nationalwährungen, schreibt die Expertin weiter.

    Washington wundere sich nach wie vor, dass innerhalb der Vereinigung Institutionen entstehen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen können. Die fünf Schwellenländer haben gemeinsame Ziele. Obwohl die BRICS-Länder die US-Hegemonie nicht offen attackieren, stellen sie die Führungsrolle des Westens in der Weltwirtschaft in Frage, vor allem seit der Weltwirtschaftskrise 2008, wie Roberts ausführt. 

    Die BRICS-Länder wollen sich weiterentwickeln, ohne sich auf die westlichen Strukturen zu verlassen. Die Gruppe aus den fünf Ländern ist der Ansicht, dass die westlichen Strukturen die Interessen der BRICS-Mitglieder negativ beeinflussen oder nicht berücksichtigen. Die Experten sind sich einig, dass der Westen teilweise selbst daran schuld ist, dass sich eine neue globale Wirtschaftsarchitektur entwickelt. Die USA und Europa wollen den BRICS-Ländern weiterhin keinen Einfluss in westlich ausgerichteten Organisationen zugestehen, der der Größe ihrer Wirtschaften entspreche, erinnert die Expertin.

    2006 schlug Russland vor, die BRIC-Gruppe ins Leben zu rufen, die Brasilien, Russland, Indien und China zusammenschloss. Seit 2010, als Südafrika der Organisation beigetreten war, heißt die Gruppe der fünf Schwellenländer BRICS.

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