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    Kämpfer des „Rechten Sektors“

    Nach Kämpfen in West-Ukraine: Rechter Sektor stellt vor Kiew eigene Checkpoints auf

    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
    Politik
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    Nach den Kämpfen mit den Sicherheitskräften im westukrainischen Mukatschewe droht der „Rechte Sektor“ mit einem Feldzug nach Kiew. Auf den Zufahrten zu der Hauptstadt stellt die Nationalistenorganisation bereits eigene Kontrollposten auf, damit die Polizei keine Verstärkung nach Kiew verlegen könnte.

    „Auf der Autostraße zwischen Schitomir und Kiew ist bereits ein Sperrposten aufgestellt worden“, berichtete Alexej Byk, Sprecher des 13. Bataillons des „Rechten Sektors“, am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Kiew. Der Pressesprecher der Nationalistenorganisation Artjom Skoropadski bestätigte, dass solche Sperrposten bei Bedarf auch auf anderen Straßen entstehen würden. „Nicht nur vor Kiew, sondern auch in anderen Orten, damit die Polizei nicht durchkommt, weder nach Transkarpatien noch nach Kiew.“

    Der Sprecher schloss nicht aus, dass die Radikalen im Notfall ihre Bataillone nach Kiew schicken würden. Landesweit hat der „Rechte Sektor“ nach eigenen Angaben zwei Dutzend Bataillone. Nur zwei von ihnen seien im ostukrainischen Industriegebiet Donezk in Einsatz, sagte Skoropadski. Die anderen befänden sich auf Trainingslagern in anderen Regionen als Reserve.

    „Wir können die Menschen nicht von der Front abziehen. Aber wir können diese Reservebataillons, die jetzt üben, um Hilfe bitten“, sagte der Sprecher des „Rechten Sektors“. „Wenn nötig ist, schicken wir diese Reservebataillons zum Präsidialamt oder zum Innenministerium.“

    Am gestrigen Samstag haben sich schwer bewaffnete Kämpfer des „Rechten Sektors“ im westukrainischen Mukatschewe Gefechte mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert. Bei den Schusswechseln wurden mindestens ein Zivilist und zwei Angehörige des „Rechten Sektors“ getötet. Zudem gab es bis zu 14 Verletzte.

    Durch das Feuer aus Maschinengewehren und Panzerfäusten zerstörten die Nationalisten drei Polizeiwagen, setzten einen Polizeiposten und eine Tankstelle in Brand. Die Stadt, die rund 30 km von der EU-Grenze entfernt ist, musste zum Teil evakuiert werden. Nach dem Gefecht verbarrikadierten sie sich die Ultras im nahe liegenden Dorf Lawki. Die Sicherheitskräfte sperrten die Gegend ab und forderten die Extremisten zur Kapitulation auf.

    Die Schläger des „Rechten Sektors“ hatten bei den Krawallen auf dem Kiewer Protestplatz Maidan, die im Februar 2014 zum Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch führten, eine große Rolle gespielt. Seit dem Umsturz kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im April dieses Jahres teilte die Regierung in Kiew mit, dass die Schläger des „Rechten Sektors“ bei der ukrainischen Armee als Vertragssoldaten beschäftigt würden. Nationalistenchef Dmitri Jarosch wurde zum Berater des ukrainischen Generalstabschefs.

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    Tags:
    Polizei, Maidan, Rechter Sektor, Alexej Byk, Artjom Skoropadski, Dmitri Jarosch, Ukraine, Transkarpatien, Mukatschewe