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    Situation bei Mukatschewe

    Rechter Sektor: Militär verlegt schwere Technik nach Mukatschewe

    © AFP 2019 / ALEXANDER ZOBIN
    Politik
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    Nach den Schusswechseln mit schwer bewaffneten Rechtsextremisten im westlichen Mukatschewe verlegt das ukrainische Militär nach Angaben der Nationalistenorganisation „Rechter Sektor“ schwere Technik in die Region, in der sich noch immer Bewaffnete verschanzen.

    Andrej Scharaskin, Vertreter des „Rechten Sektors“, teilte am Sonntagnachmittag mit, dass eine Schützenpanzer-Kolonne bereits unweit von Mukatschewe sei. „Das ist eine sehr große Kolonne. Ihr gehören sogar Tank- und Wasserwagen. Sie ist bereits im Raum Mukatschewe“, sagte Scharaskin dem ukrainischen TV-Sender „112 Ukraina“. Der Rechte Sektor habe versucht, der Kolonne mit eigenen Wagen den Weg nach Mukatschewe zu versperren. Als klar geworden sei, dass die Soldaten schießen würden, habe man sich zurückgezogen, so der Sprecher.

    Am gestrigen Samstag hatten sich mit Maschinengewehren und Panzerfäusten bewaffnete Kämpfer des „Rechten Sektors“ in Mukatschewe Gefechte mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert. Bei den Schusswechseln wurden mindestens ein Zivilist und zwei Angehörige des „Rechten Sektors“ getötet. Zudem gab es bis zu 14 Verletzte. Die Stadt, die rund 30 km von der EU-Grenze entfernt ist, musste zum Teil evakuiert werden.

    Nach dem Gefecht verbarrikadierten sie sich die Ultras im Vorort Lawki. Die Sicherheitskräfte sperrten die Gegend ab und forderten die Extremisten zur Kapitulation auf. Die Verhandlungen dauern noch immer an. Der Geheimdienst SBU versichert, dass die Situation unter Kontrolle sei. „Die Verhandlungen gehen weiter“, sagte SBU-Sprecherin Jelena Gitljanskaja. „Ich denke, es wird bald Nachrichten geben.“ Der "Rechte Sektor" hat unterdessen gedroht, seine Kampfverbände nach Kiew zu verlegen.

    Die Schläger des „Rechten Sektors“ hatten bei den Krawallen auf dem Kiewer Protestplatz Maidan, die im Februar 2014 zum Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch führten, eine große Rolle gespielt. Seit dem Umsturz kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im April dieses Jahres teilte die Regierung in Kiew mit, dass die Schläger des „Rechten Sektors“ bei der ukrainischen Armee als Vertragssoldaten beschäftigt würden. Nationalistenchef Dmitri Jarosch wurde zum Berater des ukrainischen Generalstabschefs.

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    Tags:
    Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Rechter Sektor, Andrej Scharaskin, Lawki, Mukatschewe, Ukraine