17:12 22 September 2017
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    Ungarn verstärkt Grenze zu Ukraine

    Nach Schüssen in Mukatschewe: Ungarn verstärkt Grenze zu Ukraine

    © Sputnik/ Natalia Seliverstova
    Politik
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    Nach den Angriffen schwer bewaffneter Rechtsextremisten in der West-Ukraine hat Ungarn laut Medien die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze verstärkt und die Einreise aus dem unruhigen Nachbarland eingeschränkt.

    Die ungarischen Zollbeamten kontrollierten stärker Fahrzeuge, die aus der Ukraine kommen, berichtete die Onlinezeitung Transkarpatia. Zudem seien zusätzliche Polizeipatrouillen im Einsatz, um die einreisenden Fahrzeuge auf dem ungarischen Staatsgebiet noch einmal zu überprüfen. Die Einreise von Ukrainern sei eingeschränkt worden.

    Am Samstag hatten sich schwer bewaffnete Kämpfer des Rechten Sektors im westukrainischen Mukatschewe Gefechte mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert. Bei den Schusswechseln wurden mindestens ein Zivilist und zwei Angehörige des Rechten Sektors getötet. Zudem gab es 13 Verletzte, wie die Polizei mitteilte.

    Nach Angaben des Kiewer Innenministeriums hatten die Extremisten als erste auf die Polizisten geschossen. Ihr Vorgehen begründeten die Angreifer mit dem Kampf gegen Schmuggel in der Region. Durch das Feuer aus Maschinengewehren und Panzerfäusten zerstörten die Nationalisten drei Polizeiwagen und setzten einen Polizeiposten und eine Tankstelle in Brand. Die Stadt, die rund 30 Kilometer von der EU-Grenze entfernt ist, musste zum Teil evakuiert werden. Das ukrainische Militär verlegte Schützenpanzer in die Region.

    Nach dem Gefecht verschanzten sich die Angreifer in einem Dorf, zogen sich dann in einen Waldstreifen zurück. Die Sicherheitskräfte sperrten die Gegend ab und forderten die Bewaffneten zur Kapitulation auf. Die Verhandlungen dauern noch immer an. Die Korrespondentin des ukrainischen Senders „112 Ukraina“ vor Ort berichtete, dass am auch frühen Montagmorgen in Mukatschewe Schüsse zu hören gewesen seien.

    Die Schläger des „Rechten Sektors“ hatten bei den Krawallen auf dem Kiewer Protestplatz Maidan, die im Februar 2014 zum Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch führten, eine große Rolle gespielt. Seit dem Umsturz kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine.

    Im April dieses Jahres teilte die Regierung in Kiew mit, dass die Schläger des „Rechten Sektors“ bei der ukrainischen Armee als Vertragssoldaten beschäftigt würden. Nationalistenchef Dmitri Jarosch wurde zum Berater des ukrainischen Generalstabschefs. In Russland ist der "Rechte Sektor" als Terrororganisation verboten; der Anführer Jarosch steht wegen Terrorverdacht auf Fahndungsliste.

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    Tags:
    Mukatschewe, Schießerei, Rechtsextremismus, EU, Rechter Sektor, Ukraine, Ungarn
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