00:16 16 Dezember 2019
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    BRICS-Gipfel in Ufa

    Mit Wegstoßen von Russland tut sich der Westen keinen Gefallen - Zeitung

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    Politik
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    Im Westen werden die Projekte BRICS und die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit nicht gebührend ernst wahrgenommen, doch ist der Zusammenschluss von Russland, China und anderen Entwicklungsländer auf Dauer in der Lage, eine neue Weltordnung zu entwerfen, wie die deutsche Zeitung „Die Zeit“ am Dienstag schreibt.

    „Seit einem halben Jahr starrt Europa auf Griechenland. Darüber gerät unseren überforderten Politikern alles andere aus dem Blickfeld: das Vordringen des „Islamischen Staates“ in Syrien und dem Irak, der Zerfall Libyens, das Wiederaufflackern des Afghanistan-Konflikts. Und nur Spezialisten nehmen überhaupt wahr, wie sich die tektonischen Platten der Geopolitik zwischen dem Ural und dem Pazifik gegenwärtig verschieben. Russland und China sind dabei, eine neue Weltordnung zu entwerfen, die nicht länger von Amerika und Europa dominiert wird“, schreibt die Zeitung.

    BRICS-Staaten wollen mehr Macht
    © Sputnik / Host Photo Agency / Alexei Kudenko
    Diese Botschaft sei in der letzten Woche aus der russischen Ufa ausgegangen, wo sich die Staats- und Regierungschefs der BRICS und der SOZ versammelten. Der Uralgipfel hätte zwei wesentliche Ziele verfolgt: einerseits Wachstum und Konkurrenzfähigkeit der Mitgliedstaaten zu erhöhen, andererseits „eine neue ‚multipolare Weltordnung‘ zu schaffen, die nicht dem Diktat des Westens unterliegt“.

    Die Zeitung erinnert uns daran, dass auf die BRICS-Mitgliedstaaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – 42 Prozent der Weltbevölkerung, 27 Prozent des Weltsozialprodukts und 17 Prozent des Welthandels entfallen. Seit 2006 würden sie sich bemühen, den eigenen Einfluss in der Welt zu verstärken.

    Die SOZ ist ihrerseits für die Gewährleistung von Frieden und Sicherheit im asiatisch-pazifischen Raum und für die Beilegung von regionalen Konflikten zuständig. Russland und China nehmen in den beiden Organisationen die Führungsposition ein.

    Doch im Westen würde man gewöhnlich die beiden Projekte belächeln. Aufgrund der niedrigen Ölpreise und der westlichen Sanktionen befinde sich die russische Wirtschaft in der Krise. Die chinesischen Börsen würden wackeln. Brasilien könne seine Probleme in der Wirtschaft nicht lösen. In Indien würden immer noch die führenden IT-Technologien mit Hunger und Not kombiniert. 

    Weder die Wirtschaftsleistung noch die politische Organisation, die Geografie oder die Historie der Mitgliedstaaten seien „aus einem Guss“. Allerdings bedeute das nicht, dass der Westen „die Herausbildung des neuen Mächtemusters auf die leichte Schulter nehmen“ darf. Denn „wenn die aufstrebenden Länder nicht in die Führungsetage der Weltpolitik zugelassen werden, schaffen sie sich eben ihr eigenes Ordnungssystem“.

    Letztendlich fragt sich „Die Zeit“, „ob sich der Westen eigentlich einen Gefallen tut, wenn er gegenüber Russland eine Politik betreibt, die Moskau immer weiter in die Arme Chinas schubst“. Auf Dauer eher nicht, schließt die Zeitung.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Sanktionen, SOZ, BRICS, Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien, China, Russland