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12:10 20 August 2019
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    Russischer Rubel

    Atomdeal mit Iran wird negative Folgen für russische Wirtschaft haben – Experten

    © AFP 2019 / Alexander Nemenov
    Politik
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    Die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran bei der zivilen Nutzung der Atomenergie wird die Kooperation der beiden Länder in anderen Bereichen fördern. Doch die Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran wird auf Dauer negative Folgen für die russische Wirtschaft und für den Rubel haben, wie von der Agentur RIA-Nowosti befragte Experten sagten.

    Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die UN-Vetomächte und Deutschland am Dienstag mit dem Iran auf ein historisches Atomabkommen geeinigt. Demnach reduziert der Iran sein Atomprogramm. Im Gegenzug sollen die Sanktionen und das UN-Waffenembargo schrittweise fallen.

    Laut dem Leiter eines wissenschaftlich-praktischen Projektes der Russischen Staatlichen Universität für Humanwissenschaften Jewsej Wassiljew wird die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran, die lange Zeit sein Wirtschaftswachstum bremsten, dem Land ermöglichen, eine wesentlichere Rolle im Nahen Osten zu spielen. In der Folge wird das die Lage in dieser Region normalisieren.

    Daran sei Russland selbstverständlich interessiert, und die beiden Länder seien sich in sämtlichen Fragen einig. Doch mit dem schrittweisen Abbau der Wirtschaftssanktionen werde das Land mehr billiges Öl ins Ausland, einschließlich EU liefern.

    „Wenn der Iran nach der Aufhebung der Sanktionen auf den Markt der Energieressourcen als vollwertiger Spieler zurückkehren wird, so werden auf den Markt die billigen hochwertigen Energieressourcen, vor allem Öl und Gas strömen. Die Europäer sind daran interessiert“, sagte Wassiljew.

    Irans Präsident Hassan Rohani
    © Sputnik / Host Photo Agency / Sergey Guneev
    Das könne negative Folgen für die russische Wirtschaft haben. Letztendlich werde der Rubel nachgeben, da die Ölpreise ständig sinken werden, so der Experte.

    Dieser Sichtweise stimmt auch der Generaldirektor des Internationalen Institutes für politische Perspektive, Evgeni Mintschenko, zu. Ihm zufolge wird sich Russland darauf vorbereiten, dass die Öl- und Gasmenge auf dem Weltmarkt weiter zunehmen wird. „Wir können damit konfrontiert werden, dass es die weltweiten Ölpreise negativ für Russland beeinflussen wird“, äußerte Mintschenko.

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    Tags:
    Atomprogramm, Embargo, Waffen, Sanktionen, EU, Jewsej Wassiljew, Deutschland, Russland, Iran