07:38 22 August 2017
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    Situation in der Ukraine

    Medien: Rechter Sektor übt den Aufstand gegen Kiew

    © REUTERS/ Valentyn Ogirenko
    Politik
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    Die Unruhen in Mukatschewe ähneln einer Probe des Aufstandes gegen die ukrainische Staatsführung, schreibt Spiegel Online.

    Kiew hätte Freiwilligenbataillone, darunter den Rechten Sektor, für den Krieg im Donbass mit Waffen ausgerüstet. Inzwischen hätten aber die Radikalen mit der Eröffnung einer “zweiten Front“ in Mukatschewe, 40 Kilometer von der Grenze zu Ungarn entfernt, selbst die Staatsmacht herausgefordert.

    Am 11. Juli sei es zwischen den Kämpfern des Rechten Sektors und der Miliz in der Provinzhauptstadt Mukatschewe zu einem Schusswechsel gekommen. Durch Granatwerfer- und Maschinenpistolen-Beschuss seien drei Personen getötet und weitere 13 verletzt worden.

    Die Täter hätten ihre Handlungen mit dem Kampf gegen den Schmuggel begründet, an dem ihnen zufolge örtliche Beamte beteiligt seien. In einer nach diesen Ereignissen veröffentlichten Erklärung hätte der Rechte Sektor praktisch einen Krieg gegen die ukrainischen Behörden verkündet und sie als “Okkupationsbehörden“ bezeichnet.

    Der Rechte Sektor drohe mit einer weiteren Eskalation. Die Organisation sei bereit, Kampfverbände in die Hauptstadt zu schicken. „In Kiew demonstrierten Hunderte Anhänger der Organisation vor dem Präsidentenpalast. Auch in Odessa, Charkiw und anderen Städten gingen Nationalisten auf die Straßen.“

    Inzwischen mime der Chef des Rechten Sektors, Dmitri Jarosch, einen „vernünftigen Staatsfunktionär“: Er sei unverzüglich nach Mukatschewe gereist und habe sich „die Beilegung der Krise auf friedlichem Wege“ zum Ziel gesetzt.

    „Jarosch macht aber keinen Hehl daraus, dass seine Loyalität gegenüber der Regierung begrenzt ist. So warnte er Kiews Establishment im vergangenen Jahr: 'Unsere Revolution ist noch nicht beendet'."

    „Der Rechte Sektor war während der Revolution aus der Verschmelzung mehrerer nationalistischer Splittergruppen hervor gegangen“. Im Januar und im Februar 2014 seien die Kämpfer der Bewegung bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften und dem Sturm von Verwaltungsgebäuden und ab April bei der Auflösung von Protesten im Osten der Ukraine eingesetzt worden.

    Im November 2014 hatte das Oberste Gericht Russlands die rechtsradikale Vereinigung als extremistische Organisation eingestuft und ihre Aktivitäten auf dem Territorium des Landes verboten. 

    Im Januar 2015 wurde der Rechte Sektor in die Liste der in Russland verbotenen Organisationen aufgenommen. Zuvor war in Russland ein Strafverfahren gegen Jarosch im Zusammenhang mit seinen Aufrufen zu terroristischen Aktivitäten eingeleitet worden.

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    Tags:
    Schmuggel, Eskalation, Rechtsextremismus, Rechter Sektor, Dmitri Jarosch, Ukraine, Mukatschewe
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