22:24 04 August 2020
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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Falls Kiew nicht genügend Gasreserven in unteririschen Gasspeichern anhäuft, schließt das Energieministerium Risiken bei der ununterbrochenen Gasversorgung in diesem Winter von Russland nach Europa über die Ukraine nicht aus. Dies sagte der russische Energieminister Alexander Nowak bei einem Gespräch mit Journalisten.

    „Alles hängt davon ab, wie sie in den Winter einsteigen“, antwortete Nowak auf die Frage, ob in diesem Winter erneut ein Gasstreit, ein Transitstopp und die illegale Gasentnahme seitens der Ukraine zu erwarten sei. „Es kann zu unterschiedlichen Szenarien kommen. Diese Frage sollte besser am 15. Oktober beantwortet werden, sobald die Heizperiode beginnt“, fügte der Minister hinzu.

    „Russland ist der Meinung, dass alle erforderlichen Bedingungen für den Kauf von russischem Gas und dessen Einpumpen in unterirdische Gasspeicher seitens Russlands gegeben sind. Es ist auch ein konkurrenzfähiger Preis gewährleistet, der im Rahmen des Vertrages bis 2019 gültig bleibt“, betonte Nowak.

    Die jüngsten Gas-Gespräche unter Beteiligung Russlands, der Ukraine und der EU-Kommission in Wien waren ergebnislos verlaufen. Die Ukraine unterzeichnete kein neues Zusatzabkommen über die Lieferung von russischem Gas im dritten Quartal 2015. Daraufhin stellte der russische Energieriese Gazprom ab dem 1. Juli seine Gaslieferungen an die Ukraine ein.

    Russland wollte der Ukraine erneut einen Gas-Rabatt für das dritte Quartal 2015 gewähren, womit der Endpreis in diesem Zeitraum bei 247,17 US-Dollar (einschließlich einem Rabatt von 40 Dollar) je 1.000 Kubikmeter liegen sollte, was jedoch von Kiew abgelehnt wurde. Dabei sei, wie ein Sprecher des ukrainischen Energieunternehmens Ukrtransgas mitteilte, der Gastransit von Russland nach Europa reibungslos und im vollen Maße erfolgt.

    Seitdem bezieht die Ukraine nur noch Gas aus Europa nach dem Reverse-Flow-Modus. Vom 1. bis 13. Juli importierte die Ukraine 186 Millionen Kubikmeter Gas aus der Slowakei.

    Russland und Ukraine schätzen die Menge der für den Winter erforderlichen Gasreserven in unterirdischen Speichern unterschiedlich ein. Moskau besteht darauf, dass es nicht weniger als 19 Milliarden Kubikmeter sein müssen. Das Energieministerium der Ukraine teilte jedoch mit, dass in der letzten Heizperiode 16,6 Milliarden Kubikmeter ausreichten.

    Allerdings hatte der Energieminister der Ukraine, Wladimir Demtschischin, zugleich versichert, dass die Ukraine durch den ausschließlich aus Europa erfolgenden Ankauf in der Lage sein werde, in ihren Speichern unter der Erde auch ohne die Lieferungen aus Russland 18 Milliarden Kubikmeter Gas anzusammeln.

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    Erdgas, Ukrtransgas, Gazprom, EU-Kommission, Alexander Nowak, Slowakei, Russland, Ukraine