01:42 30 September 2020
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Genau ein Jahr nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine Boeing Flug MH17 über der Ost-Ukraine hat die international nicht anerkannte Volksrepublik Donezk, auf deren Gebiet die Maschine abgestürzt war, eigene Untersuchungsunterlagen zu der Katastrophe mit 298 Todesopfern offengelegt.

    Die Generalstaatsanwaltschaft der Donezker Republik erklärte sich am Freitag bereit, ihr Untersuchungsmaterial den internationalen Ermittlern zur Verfügung zu stellen. Die Donezker Nachrichtenagentur DAN veröffentlichte die Unterlagen auszugsweise im Internet.

    MH17-Absturz
    © Sputnik / Mikhail Voskresensky

    Das Material umfasst Bilder, gerichtsmedizinische Gutachten, Untersuchungsprotolle, aber auch Aussagen von angeblichen Augenzeugen, die auf ein weiteres Flugzeug am Himmel zum Zeitpunkt des Boeing-Absturzes schließen lassen. So berichten einige der Zeugen von Explosionen bzw. schussähnlichem Knallen kurz vor der Katastrophe, andere von einem Dröhnen schon nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine. Ein Zeuge spricht von einem grauen Düsenflugzeug am Himmel.

    „Dann hörte ich zwei explosionsartige Knalle im Himmel. Ihnen folgte noch ein lauter Knall. Ich sah nach oben und erblickte ein abstürzendes großes Flugzeug ohne einen der Flügel“, zitiert DAN einen weiteren Zeugen. Die Maschine sei im Raum Grabowo auf die Erde gestürzt.

    Eine Frau, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in der Ortschaft Rassypnoje (ca. fünf Kilometer von der Absturzstelle) aufgehalten haben will, erzählt ebenfalls vom Dröhnen am Himmel.

    „Wir rannten gerade ins Gebäude hinein, als sich das Dröhnen veränderte. Jetzt hörte es sich wie Brüllen an. Ich blickte hinaus und sah ein zerschellendes Flugzeug, das schwarzen Qualm ausstieß. Nachdem das Flugzeug abgestürzt war, hörte ich am Himmel weiter Düsen dröhnen (…) Es dröhnte dort, wo die Sonne war, deshalb habe ich kein Flugzeug gesehen.“

    Katastrophe immer noch nicht aufgeklärt

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 im damals umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    Die ukrainische Armee und die bewaffneten Regierungsgegner, die sich in der Gegend heftige Gefechte lieferten, werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, leiten die Niederlande die internationale Untersuchung.

    Im Dezember teilte ein nicht näher bezeichneter Mitarbeiter eines ukrainischen Luftwaffenstützpunktes dem russischen Boulevardblatt „Komsomoljskaja Prawda“ mit, dass ein ukrainischer Kampfjet vom Typ Su-25 am Tag der MH17-Katastrophe seine Basis mit Luft-Luft-Raketen an Bord verlassen habe und etwas später ohne Raketen zurückgekehrt sei. Der Pilot soll zu seinen Kameraden gesagt haben, er sei zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

    Im Juni dieses Jahres teilte das russische Ermittlungskomitee mit, dass es sich bei dem Informanten um Jewgeni Agapow handle, der im Juli 2014 auf einer ukrainischen Luftwaffenbasis als Techniker gedient habe. Der Mann sei freiwillig nach Russland gekommen und habe sich zur Zusammenarbeit mit den russischen Ermittlern bereit erklärt.

    Sergej Pirogow

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    MH17, Flugzeugabsturz, Su-25, Jewgeni Agapow, Ukraine