05:30 15 November 2019
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    Ukrainisches MIlitär bei Mukatschewe

    Budapest will ungarische Minderheit in West-Ukraine in Schutz nehmen

    © AFP 2019 / Alexander Zobin
    Politik
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    Nach den Angriffen der Ultranationalisten in Mukatschewe will Ungarn seine Landsleute in der West-Ukraine schützen, wie Vesti-ukr.com schreibt. Die ungarische Gemeinde in Transkarpatien zählt etwa 150.000 Menschen, die meisten haben ungarische Pässe. Die Regierung in Budapest ist laut Premierminister Lázár János auf das Schlimmste gefasst.

    Nach den Ereignissen in der West-Ukraine erwarte die ungarische Regierung einen Flüchtlingszustrom aus Transkarpatien, sagte János zu der Zeitung Napi Gazdaság. Budapest sei besorgt über die Schüsse in Mukatschewe. „Wenn die Ungaren in Transkarpatien bedrängt würden und fliehen müssten, würden wir allen helfen und alle aufnehmen“, sagte János. Er halte die Expertenschätzungen für nicht ganz haltlos, laut denen „die Ukraine Richtung Abgrund driftet, und dieser Prozess autonome Tendenzen verstärkt.“

    Deshalb habe die ungarische Regierung in Budapest neue Hilfsprogramme für die Landsleute in Transkarpatien beschlossen und sei auf das schlimmste Szenario bereit. Laut der ungarischen Zeitung The Budapest Beacon gab János zu, dass in der Ukraine "ungarische Agenten" im Einsatz seien, die die "Interessen Budapests verteidigen".

    Ukrainische Experten schließen ihrerseits nicht aus, dass Ungarn Transkarpatien sogar annektieren könnte, wenn die ukrainische Grenzregion nicht zur Ruhe kommen sollte. „Wenn die Ukraine statt Ordnung zu machen einen anderen Weg geht, und es in anderen Städten zu Zusammenstößen kommt, dann wird sich die ungarische Minderheit an Europa wenden: „Holt uns aus der Ukraine ab“, mutmaßte Alexander Solontaj vom Kiewer Institut für politische Bildung im Gespräch mit Glavcom.ua. Laut ihm könnten die ukrainischen Ungaren selber um eine Annexion bitten.

    Am 11. Juli hatten sich schwer bewaffnete Angehörige des ultranationalistischen Miliz „Rechter Sektor“ in Mukatschewe Gefechte mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert. Bei den Schusswechseln wurden mindestens ein Zivilist und zwei Nationalisten getötet. Zudem gab es 13 Verletzte.

    Nach Angaben des Kiewer Innenministeriums hatten die Extremisten als erste auf die Polizisten geschossen. Ihr Vorgehen begründeten die Angreifer mit dem Kampf gegen Schmuggel in der Region. Durch das Feuer aus Maschinengewehren und Panzerfäusten zerstörten die Nationalisten drei Polizeiwagen und setzten einen Polizeiposten und eine Tankstelle in Brand.

    Die Stadt, die rund 30 Kilometer von der Grenze zum EU-Staat Ungarn entfernt liegt, musste zum Teil evakuiert werden. Das ukrainische Militär verlegte Schützenpanzer in die Region. Ungarn hat den Grenzschutz verstärkt.

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    EU, Rechter Sektor, Ukraine, Budapest, Ungarn