16:14 28 Oktober 2020
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    Lage im Donbass (284)
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    Nach ihrem einseitigen Abzug leichter Waffen aus dem Frontgebiet warnen die Donezker Volksmilizen das ukrainische Militär vor Versuchen, in die entmilitarisierte Gegend einzurücken.

    Sollte das Militär einen Vormarsch versuchen, würden die Milizen die abgezogenen Waffen zurück an die Front verlegen, sagte Eduard Bassurin, Vizestabschef der Volkswehr der selbsterklärten Volksrepublik Donezk (VRD), am Sonntag. „Wenn die ukrainische Seite versucht, die Berührungslinie zu durchbrechen, oder ihren Beschuss die Zivilbevölkerung oder die VRD-Armee gefährdet, kehrt die gesamte Technik auf ihre Stellungen zurück“.

    Die Volksrepublik Donezk und die benachbarte Volksrepublik Lugansk, beide von Kiew abtrünnig, haben am Sonntagmorgen unter Kontrolle der OSZE-Beobachter mit einem einseitigen Waffenabzug begonnen. Im Laufe des Tages sollen die Rüstungen mit einem Kaliber von unter 100 mm auf eine Distanz von drei Kilometern von der Frontlinie gebracht werden. Mit dem einseitigen Schritt wollen die Milizen nach eigenen Angaben weitere zivile Opfer verhindern und die ukrainische Regierungsarmee zu einem Waffenabzug bewegen.

    Im Osten der Ukraine dauert seit mehr als einem Jahr ein militärischer Konflikt an. Die Regierung hatte im April 2014 Truppen gegen die östlichen Bergbaugebiete Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistischen Umsturz in Kiew vom Februar nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 6.500 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Im Februar einigten sich die Konfliktgegner auf eine Waffenruhe und einen beiderseitigen Abzug schwerer Waffen. Dennoch kommt es immer wieder zu Schusswechseln.

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    Tags:
    Waffenruhe, OSZE, Eduard Bassurin, Kiew, Lugansk, Donezk