00:46 22 Februar 2020
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    Die Europäische Union hat bei der Normalisierung mit Kuba zu lange gezögert und sich von den USA überholen lassen. Nun interessiert Europa den Karibikstaat weder politisch noch wirtschaftlich, wie der spanische Politikwissenschaftler und Journalist José Manuel Martín Medem in einem Sputnik-Gespräch sagte.

    „Die EU ist wieder zu spät dran“, kommentierte Martín die heutige Eröffnung der US-Botschaft in Havanna und der kubanischen Botschaft in Washington. „Als die EU ihren „Gemeinsamen Standpunkt“ zu Kuba beschloss, folgte sie den USA. „Jetzt machen die Botschaften in Washington und Havanna wieder auf und Brüssel überlegt sich immer noch, ob dieser ‚Gemeinsame Standpunkt‘ noch taugt.“

    Damit stehe die EU wieder hinter den USA.  Daran sei auch Spanien schuld, das unter Regierungschef José María Aznar auf dem „Gemeinsamen Standpunkt“ bestanden und damit die Tür für Verhandlungen geschlossen gehalten habe. „Jetzt sind spanische Unternehmen besorgt über neue Akteure auf der Insel.“

    Aber für Kuba sei Europa nicht mehr interessant, so der spanische Politologe. Nach seiner Einschätzung  haben Russland, China, Venezuela und andere lateinamerikanische Staaten für die Regierung in Havanna Priorität.

    Heute sei das Spektrum der diplomatischen Beziehungen Kubas „so breit wie noch nie zuvor“. Europa interessiere Kuba „weder politisch noch wirtschaftlich noch geostrategisch“. Der Experte erinnerte daran, dass der kubanische Staatschef Raul Castro im November dem spanischen Außenminister José Manuel García-Margallo eine Audienz verweigert hat.

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    Tags:
    EU, USA, Russland, China, Havanna, Kuba