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05:07 20 September 2019
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    Kämpfer des Rechten Sektors

    Die Maidan-Revolution ist noch nicht beendet - ukrainischer Nationalistenchef

    © Sputnik / Aleksandr Maksimenko
    Politik
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    Die Schießerei in Mukatschewe sei ein „Geschwür der unvollendeten Revolution“. Die Ukraine brauche einen Systemwechsel: die direkte Volksherrschaft, die Legitimierung von Aktivitäten des Rechten Sektors und Reformen in allen Bereichen. Dies schreibt der Chef der Rechtsradikalen, Dmitri Jarosch, am Dienstag in Facebook.

    Am vergangenen Wochenende forderte Jarosch die Ukrainer auf, an einer Volksversammlung am Dienstag auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew teilzunehmen, wie es Ende 2013 bzw. Anfang 2014 der Fall war.

    „Für uns ist es eine Tatsache, dass die Maidan-Revolution noch nicht abgeschlossen ist und die Ereignisse in Mukatschewe ein Geschwür des unvollendeten revolutionären Prozesses sind“, schrieb er im Facebook-Account der Organisation.

    „Wir rufen eine Volksversammlung zusammen, um den Menschen Richtlinien für die Fortführung des revolutionären Systemwechsels zu geben. Das betrifft die direkte Volksherrschaft, die Legitimierung der Freiwilligen-Aktivitäten, die Unterstützung der Freiwilligen-Bewegung und Reformen in allen Bereichen“, fügte er hinzu.

    „Das alt-neue Team, das an der Spitze steht, ist nicht in der Lage, soziale Reformen durchzuführen, dies gilt auch für die Tätigkeit des Präsidenten, der Regierung und des Parlaments“, betonte der Nationalisten-Chef.

    Vor einigen Tagen hatte er die „Waffenbrüder“ bei den Streitkräften, im Innenministerium, beim Geheimdienst SBU und bei der Nationalgarde dazu aufgerufen, die „verbrecherischen Befehle“ aus Kiew nicht mehr zu befolgen und Anti-Regierungs-Aktionen zu unterstützen.

    „Nieder mit der Macht der Verräter“, schrieb Jarosch auf Facebook. „Während wir unser Blut vergießen und unsere Heimat verteidigen, häufen sie (die Regierung – d. Red.) sich Milliardenvermögen an und tun alles, damit der Krieg so lange wie nur möglich dauert.“

    Die Beziehungen zwischen dem Rechten Sektor und der Regierung spitzten sich in der vergangenen Woche zu, nachdem schwerbewaffnete Nationalisten im westukrainischen Mukatschewe an der EU-Grenze eine Schießerei mit drei Toten angerichtet hatten.

    Am 11. Juli hatten sich schwer bewaffnete Angehörige des Rechten Sektors im westukrainischen Mukatschewe Gefechte mit den dortigen Sicherheitskräften geliefert. Bei den Schusswechseln wurden mindestens ein Zivilist und zwei Angehörige des Rechten Sektors getötet. Zudem gab es 14 Verletzte.

    Nach Angaben des Kiewer Innenministeriums hatten die Extremisten als erste auf die Polizisten geschossen. Ihr Vorgehen begründeten die Angreifer mit dem Kampf gegen Schmuggel in der Region. Durch das Feuer aus Maschinengewehren und Panzerfäusten zerstörten die Nationalisten drei Polizeiwagen und setzten einen Polizeiposten und eine Tankstelle in Brand.

    Die Stadt, die rund 30 Kilometer von der EU-Grenze entfernt liegt, musste zum Teil evakuiert werden. Das ukrainische Militär verlegte Schützenpanzer in die Region. Nach dem Gefecht verschanzten sich die Bewaffneten in einem Dorf und zogen sich dann in einen Waldstreifen zurück. Bislang wurden vier mutmaßliche Angreifer festgenommen. Nach der Schießerei hatte Staatschef Petro Poroschenko die „Entwaffnung aller illegalen Formationen“ gefordert.

    Gegen die Mitglieder des Rechten Sektors, die die tödliche Schießerei angerichtet hatten, ist ein Untersuchungsverfahren wegen Banditentums eingeleitet worden, teilte der Gebietsgouverneur von Transkarpatien, Gennadi Moskal, mit.

    Der Rechte Sektor ist eine Vereinigung rechtsradikaler und nationalistischer Gruppen. Er war die treibende Kraft hinter dem Umsturz vom Februar 2014, bei dem der frühere Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Die Kämpfer dieser Organisation hatten an gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und der Erstürmung von Regierungsgebäuden in Kiew und seit April 2015 an der Unterdrückung der Proteste in der Ostukraine teilgenommen.

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    Tags:
    Schmuggel, Schießerei, Geheimdienst, Grenze, Maidan, EU, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Rechter Sektor, Dmitri Jarosch, Ukraine, Mukatschewe