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    Kurilen-Insel Kunaschir

    Japan stellt Putin Bedingungen

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    Politik
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    Streit um Kurilen-Inseln (42)
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    Im Vorfeld des geplanten Tokio-Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin will die japanische Regierung von Moskau fordern, das Abkommen von 2001 zur Lösung des Gebietsstreits um die Südkurilen anzuerkennen. Japan will mit Moskau die Zukunft aller vier Inseln erörtern und nicht jeder einzelnen.

    „Tokio will sich darin vergewissern, dass es sich mit Moskau bei der Erörterung des Problems der umstrittenen Inseln auf derselben Ebene befindet, bevor man Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem offiziellen Besuch in Japan zu Verhandlungen auf höchster Ebene mit Regierungschef Shinzo Abe einlädt“, berichtete die „Japan Times“ unter Berufung auf entsprechende Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

    Die japanische Seite wolle erreichen, dass Moskau sein Festhalten am Abkommen von 2001 zur Lösung des Gebietsstreits um die vier Kurilen-Inseln bestätigt, berichtet Kyodo. 2001 hatten Putin und der damalige japanische Premier Yoshiro Mori in Irkutsk vereinbart, Schritte zur Unterzeichnung eines Friedensvertrags zum Territorialstreit um die vier Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Habomai zu unternehmen.

    Nach Kyodo-Informationen will die japanische Seite das Schicksal aller vier Inseln und nicht jeder einzelnen besprechen. Kyodo berichtete aus Quellen in der japanischen Regierung, dass sie zunehmend darüber besorgt sei, dass der Territorialstreit sich seit Jahren in die Länge zieht, Russland die Inseln verstärkt unter seine Kontrolle nimmt, dort eine neue Infrastruktur errichten will und Militärübungen abhält.

    Zuvor waren Informationen aufgetaucht, dass Putin den bevorstehenden Tokio-Besuch bereits mit dem japanischen Premier Shinzo Abe abstimmt. Putins Sprecher Dmitri Peskow hatte zuvor jedoch mitgeteilt, dass es noch zu früh sei, über eine genaue Terminierung des Besuches zu sprechen.

    Vor der Japan-Reise Putins soll der japanische Außenminister Fumio Kishida noch nach Russland kommen. Der stellvertretende russische Außenminister Igor Morgulow teilte mit, dass die japanische Seite den 31. August bzw. 1 September als Termin vorgeschlagen habe. Wie es jedoch später aus japanischen Regierungskreisen hieß, steht der genaue Termin noch nicht fest.

    Der langjährige Streit

    Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Ansammlung von mehr als 30 großen und kleinen Inseln. Sie liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion, was völkerrechtlich festgehalten wurde. Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg immer noch keinen Friedensvertrag. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde. Darin erklärte sich die damalige Sowjetunion bereit, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

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    Tags:
    Fumio Kishida, Igor Morgulow, Dmitri Peskow, Shinzo Abe, Yoshiro Mori, Wladimir Putin, Kurilen, Russland, Japan