09:07 20 April 2019
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    Euro Ade? Immer mehr Finnen wollen raus aus der Einheitswährung

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    Politik
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    Die finnische Bürgerinitiative für den Ausstieg des Landes aus der Eurozone hat in den ersten fünf Tagen seit ihrer Gründung (am Donnerstag) mehr als 27.000 Stimmen gesammelt. Diese Idee stammt vom ehemaligen Außenminister und heutigen Abgeordneten von der stärksten Parlamentspartei „Zentrum“ Paavo Väyrynen.

    Dieser Vorschlag kann dem finnischen Parlament zur Erörterung vorgelegt werden, wenn noch mindestens 23.000 Bürger innerhalb eines halben Jahres den Euro-Austritt unterstützen werden.

    Laut dem Experten Arkadi Rjabitschenko von der Baltischen Föderalen Immanuel-Kant-Universität hat diese Idee einen guten Nährboden gefunden, der von der Griechenland-Krise geschaffen worden sei.

    „Der Euro passt den Finnen nicht ins Konzept. Finnland hat bereits eine 15-jährige Erfahrung damit. Die jüngsten Ereignisse in Griechenland haben ihnen Angst eingejagt – in zwei Punkten. Erstens erhob sich die Frage, wer Griechenland als nächster folgen werde. Ob Finnland? Zweitens: ob die griechischen Schulden schon jetzt aus der Tasche der finnischen Bürger bezahlt werden müssen?“, sagte Rjabitschenko der Agentur sputniknews.

    Der Experte zweifelt nicht daran, dass das finnische Parlament diese Initiative schließlich erörtern wird.

    Laut Rjabitschenko hat Väyrynen vor kurzem in der EU-Kommission vorgeschlagen, dass jeder Staat neben der einheitlichen Währung Euro auch seine eigene Landeswährung hat. Der Abgeordnete sieht das Hauptproblem in den Unterschieden zwischen den nationalen Wirtschaftssystemen innerhalb der Eurozone.

    Rjabitschenko verwies darauf, dass Finnlands Nachbarländer Dänemark und Schweden nicht zur Eurozone gehören. Ihre Wirtschaftslage sei stabiler als die der Euro-Staaten, so der Experte.

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    Tags:
    EU, EU-Kommission, Arkadi Rjabitschenko, Paavo Väyrynen, Dänemark, Schweden, Griechenland, Finnland