23:05 04 August 2020
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    Die USA nutzen die Ukraine-Krise, um einen Stellvertreterkrieg der Nato mit Russland auszulösen, obwohl Entspannungspolitik mit Russland viel wichtiger ist als die „törichten“ Pläne der Militaristen im Kongress, schreibt die Kolumnistin der „Washington Post“, Katrina vanden Heuvel.

    Aus Sicht der Autorin ist für US-Außenminister John Kerry nach dem erfolgreichen Deal mit Iran vor allem der „Kampf mit den Falken” am wichtigsten.

    Kerrys Begegnung mit den Falken beider Parteien werde zu einer noch erbitterteren Auseinandersetzung mit höherem Risiko führen: „dem Kampf gegen die Einbeziehung in einen neuen Kalten Krieg mit Russland durch die Ukraine-Krise“. Der US-Außenminister müsse die nationalen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten vor denen schützen, die „mit der US-Militärtugend rasseln“.

    Unter Bezugnahme auf die Meinung des Politologen James Carden betont die Kolumnistin, dass die Lieferung von Waffen an die Ukraine, die höchstwahrscheinlich in die Hände der Neonazi-Organisationen geraten könnten, nur die „Eskalation des Konflikts und die wachsende Zahl von zivilen Opfern garantiert sowie die Minsk-Vereinbarungen untergräbt“.

    „Der fortlaufende ukrainische Bürgerkrieg hat sich rasch in einen Proxy-Krieg zwischen der Nato und Russland umgewandelt. Diplomatischer Austausch wird durch Waffenstationierung und Militärmanöver verdrängt. Kooperationsbeziehungen – vom Handel bis zur Rüstungskontrolle – werden abgebaut. Und das Geschrei nach einer noch stärkeren Beteiligung am Konflikt übertönt jede sinnvolle Einschätzung unserer Interessen, der Einschätzung der Natur des Konflikts in der Ukraine und der Realität des immer autoritärer werdenden Regimes in Kiew“, merkt die Journalistin an.

    Die Kriegspartei habe Pläne, ganz Europa bis zur russischen Grenze in einen US-Nato-Einflussbereich zu verwandeln. Ein übergeordnetes Ziel sei, wie von „einigen posaunt“ werde, ein Regimewechsel in Russland selbst. So ein Szenario sei laut vanden Heuvel, eine Torheit. Russland sei zwar aus der Sicht Washingtons ein autoritärer Staat, besitze jedoch „einen tiefen Nationalstolz“.

    Darüber hinaus seien im Hinblick auf die Ukraine-Krise die Interessen Russlands zu seinem Nachbarland genauso legitim wie die Interessen der Vereinigten Staaten zu Mexiko, beteuert die Kolumnistin.

    „Wir haben allen Grund, eine neue Entspannungspolitik mit Russland anzustreben“, resümiert sie

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    Tags:
    Eskalation, Minsker Abkommen, Waffen, NATO, Katrina vanden Heuvel, James Carden, John Kerry, USA, Russland, Ukraine, Iran