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    Duma-Chef wirft Ukraine „friedliche Annexion“ der Krim vor

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    Der Vorsitzende der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus), Sergej Naryschkin, hat den Verbleib der Krim in der Ukraine nach dem Zerfall der Sowjetunion als „friedliche Annexion“ bezeichnet.

    „1991 wurde die Krim im Grunde friedlich von der Ukraine annektiert“, sagte Naryschkin am Donnerstag in Moskau bei einem Treffen mit französischen Parlamentariern, die sich demnächst auf die Krim begeben werden. „Ich weiß, dass die Mehrheit der Krim-Bewohner in den 23 Jahren in der Ukraine sich wie in der Fremde gefühlt und von einer Rückkehr in die historische Heimat Russland geträumt hat.“

    Der Duma-Chef würdigte den Mut der französischen Abgeordneten, die trotz scharfer Kritik aus Paris und Drohungen aus Kiew die Schwarzmeerhalbinsel besuchen wollen. „Ich bin mir sicher: Die Menschen dort werden Ihnen erzählen, wie sie in den 23 Jahren gelebt und was sie empfunden haben.“

    Naryschkin hatte bereits vor einem Jahr die Ukraine beschuldigt, während des Zerfalls der Sowjetunion die Halbinsel Krim annektiert zu haben. „Bereits im Januar 1991 hatte im damaligen Gebiet Krim ein Referendum stattgefunden, das die Übergabe der Halbinsel an die Ukraine angefochten hatte“, sagte Naryschkin im Juni 2014. „Damals, vor 23 Jahren, hatte sich im Grunde eine friedliche Annexion der Krim vollzogen.“ Dies sei unter anderem auch wegen der „Unverantwortlichkeit einiger Politiker in Russland“ möglich gewesen.

    Am 20. Januar 1991 hatten mehr als 93 Prozent der Krim-Einwohner bei einem Referendum für die „Wiederherstellung der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Krim als Subjekt der UdSSR und Mitglied des Unionsvertrages“ gestimmt. Die Beteiligung lag bei 81 Prozent. Die Krim hatte seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „schenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 blieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine.

    In den Folgejahren kam es auf der Krim immer wieder zu Protesten gegen den Kurs der Regierung zur Annäherung an die USA und die Nato. So wurden Matrosen der US-Fregatte "Dallas", die im September 2008 Sewastopol besuchte, von der Bevölkerung daran gehindert, das Schiff zu verlassen. Zwei Monate später konnte die USS Mount Whitney wegen Protesten erst im zweiten Anlauf in Sewastopol anlegen.

    Am 16. März 2014 stimmte die Krim-Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für eine Abspaltung von der Ukraine und für eine Wiedervereinigung mit der Russischen Föderation. Zwei Tage später unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin und die Regierung der Krim einen Vertrag über die Aufnahme dieser ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und der Stadt Sewastopol in die Russische Föderation. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim noch immer als ihr Gebiet.

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    Referendum, USS Mount Whitney, US-Fregatte Dallas, NATO, Viktor Janukowitsch, Wladimir Putin, Nikita Chruschtschow, Sergej Naryschkin, Sewastopol, USA, Krim, Russland, Ukraine