21:26 08 April 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    12725
    Abonnieren

    Seine beiden größten außenpolitischen Erfolge – Durchsetzung der internationalen Kontrolle über die syrischen C-Waffen und der Atomdeal mit dem Iran – hat US-Präsident Barack Obama seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu verdanken, wie der US-Politologe Stephen Cohen feststellt.

    Zugleich setze Washington Russland weiter unter Druck mit Methoden des Kalten Krieges, etwa wie jetzt durch gemeinsame US-Militärübungen mit fünf Nato-Ländern (Saber Guardian Rapid Trident) im Gebiet Lwiw.

    Bis November werden die Aktivitäten der US-Militärs in der Ukraine weiter zunehmen, nimmt der Princeton-Professor an. Daraus ergebe sich die Frage: Wer unternimmt eine Invasion in die Ukraine: Russland, wie dies die amerikanischen Medien stets behaupten, oder die USA?

    In seinem Interview für den amerikanischen Journalisten Thomas Freedman hatte Obama zweimal betont, er sei überrascht gewesen, dass Russland bei der Suche nach einer Lösung für das iranische Problem zu einem Verbündeten Washingtons wurde, konstatiert Cohen. Obamas Verwunderung über Russlands Position findet der Politologe seltsam, wo doch ein Atomdeal mit dem Iran seit Jahren die offizielle Position Moskaus war. Gerade Moskau war es, das Teheran, Washington und Brüssel an den Verhandlungstisch gebracht hatte.

    „Auf der einen Waagschale liegt der Durchbruch bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, auf der anderen die US-Militärs auf ukrainischem Boden unmittelbar vor Russlands Grenzen. Was hat das zu bedeuten?“ so Cohen.

    Eine Erklärung dafür sieht der Experte in der Spaltung innerhalb der Washingtoner Eliten. Während der US-Außenamtschef John Kerry die „Diplomatie-Partei“ vertritt, die eine Beendigung der Konfrontation mit Russland möchte, will die „Partei des Krieges“, vertreten durch Vizepräsident Joe Biden und Senator John McCain, eine Fortsetzung des Krieges gegen Russlands Präsident Wladimir Putin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    US-Politologe: Obama außenpolitisch aggressiver als Bush
    Umfrage: Präsident Obama schwächt die USA
    Schlechtester US-Präsident seit 70 Jahren: Obama löst Bush ab
    Putin beim Papst, Obama im Bayern-Stadl
    Tags:
    Chemiewaffen, Atomprogramm, Rapid Trident/Saber Gardian-2015, NATO, Barack Obama, Wladimir Putin, Thomas Freedman, Stephen Cohen, John McCain, Joe Biden, John Kerry, USA, Russland, Ukraine, Iran