16:39 17 Februar 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Die Türkei hat als Reaktion auf den jüngsten Terroranschlag IS-Stellungen bombardiert. Doch lässt sich die berüchtigte Terrormiliz mit einzelnen Stichen nicht bekämpfen, sagt Michael Wolffsohn. Laut dem deutschen Historiker fehlt es der Türkei an politischer Konzeption.

    „Was wir gegenwärtig beobachten, ist ein klassischer Fall von Fehlsteuerung von Seiten der Türkei“, sagte Wolffsohn in einem Gespräch mit Sputniknews und erinnerte an Goethes Gedicht „Die Geister die ich rief, die werde ich nicht mehr los“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe nämlich lange Zeit bis vor kurzem den Islamischen Staat unterstützt und gehofft, auf diese Weise den syrischen Präsidenten Assad stürzen zu können.

    „Zugleich hat Erdogan gewusst, dass zwischen dem Islamischen Staat und den Kurden faktisch ein Kriegszustand besteht. Erdogan meinte, dass aus diesen Konflikten er das Meiste für die Türkei und sich selber herausholen könnte. Ein Irrtum, wie wir jetzt sehen.“

    Laut Wolffsohn läuft der Krieg gegen den Islamischen Staat bislang auf „einzelne Stiche“ hinaus. Gegen die Terrormiliz werde nicht wirklich massiv militärisch, und auch, wenn überhaupt – politisch – nur sehr ungeschickt eingeschritten. „Mit einem regelrechten militärischen Einsatz wäre der Islamische Staat in Kürze zu schlagen.“

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    Terrormiliz Daesh, Terrormiliz, Recep Tayyip Erdogan, Baschar al-Assad, Türkei