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    „Beppe“ Grillo: Italien braucht „Plan B“ für Austritt aus der Eurozone

    „Beppe“ Grillo: Italien braucht „Plan B“ für Austritt aus der Eurozone

    © Flickr / Phil Strahl
    Politik
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    Zu einem Austritt aus der Eurozone hat Giuseppe Piero „Beppe“ Grillo, Komiker aus Genua und italienischer Shooting-Star-Politiker, sein Land aufgerufen. In seinem jüngsten Blog-Beitrag behauptet der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, dies wäre „für jede Regierung des Landes notwendig“.

    „Die Folgen dieser politischen Katastrophe (die Vereinbarung Griechenlands mit den Gläubigern zu harten Bedingungen und sein Verbleiben in der Eurozone – Anm. der Red.) sind vor aller Augen:

    —  Ein klar ausgeprägter Nazismus seitens jener, die die Länder an der Peripherie Europas mit Hilfe von Schulden unter ihr Protektorat getrieben haben, was  an beunruhigende historische Analogien denken lässt;

    —  die stille oder ausgeprägte Unterstützung Deutschlands durch andere europäische Länder, entweder aus Opportunismus (die nördlichen Länder) oder aus Unterordnung (der Süden Europas);

    —  die Finanzmärkte, die in Verbindung mit den neuen maximalen Notierungen das Ende der Demokratie feiern;

    —  die Enteignung des nationalen Eigentums Griechenlands über eine Hypothek in Höhe von 50 Milliarden Euro für den Fonds, der auf Wunsch des ‚Adolf‘ Schäuble geschaffen wurde.

    Das alles ist studiert, geplant, im Detail geprüft. Deutschland ist ein in seiner Strategie systematisch vorgehendes Land: Zuerst schafft es einen Präzedenzfall, dann nutzt es ihn in der folgenden Operation nach dem Prinzip – ‚wer geschweigen hat, der war einverstanden‘.

    Das haben Irland, Spanien und Portugal, Zypern bereits demonstriert. Italien ist der Endpunkt dieser Strategie.“

    „Griechenland hat Italien eine neue Lehre erteilt, und es wäre gut, sie zu beherzigen, wenn wir den Gläubigern Italiens widerstehen wollen, wenn wir an der Reihe sein werden“, schreibt Grillo.

    Grillo betont, dass  Athen trotz aller Versprechungen anderer Länder allein dagestanden habe, als der Augenblick gekommen sei, zu zahlen. Ebenso würde man Italien allein lassen, wenn Deutschland erneut seine Strategie gegenüber den Schuldnerländern anwendet.

    Der Führer der Fünf-Sterne-Bewegung ruft deshalb dazu auf, einen Plan B auszuarbeiten, einen alternativen Plan zum Austritt aus der Eurozone, um nicht Tsipras‘ Handlungen zu wiederholen, der seiner Meinung nach sein Land Deutschland „ausgeliefert“ habe, da er es a priori abgelehnt habe, einen Austritt seines Landes aus der Eurozone als Variante bei den Verhandlungen mit den europäischen Gläubigern in Betracht zu ziehen.

    Das Referendum, das die von Grillo geführte Bewegung vorschlägt, könnte eine Möglichkeit werden, der Initiative zum Austritt Italiens aus der Eurozone einen rechtmäßigen Charakter zu verleihen.

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    Tags:
    Referendum, Schulden, Nationalsozialismus (Nazismus), Eurozone, Alexis Tsipras, Wolfgang Schäuble, Giuseppe Piero Grillo, Griechenland, Italien