06:16 11 Dezember 2019
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat

    Russland und Westen vertun Chancen für gemeinsamen Antiterrorkampf - Minister

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    Die jetzige Konfrontation zwischen Russland und dem Westen wegen der Ukraine-Krise wirkt sich stark negativ auf gemeinsame Bemühungen im Kampf gegen internationalen Terrorismus aus, wie der russische Vizeaußenminister Oleg Syromolotow betonte.

    „Infolge der Meinungsdifferenzen haben unsere westlichen Partner eine Reihe von Formaten des Zusammenwirkens im Antiterrorkampf auf Eis gelegt, beispielsweise im Rahmen der G8, des Russland-Nato-Rates und der bilateralen Konsultationsmechanismen“, sagte er in einem Interview für die Tageszeitung „Kommersant“.

    „Zu dieser Liste der verpassten Möglichkeiten gehören auch die Konsultationen zum Antiterrorkampf mit der EU, die bisher zweimal im Jahr stattgefunden haben. Ihre turnusmäßige Runde wird von EU-Vertretern seit mehr als einem Jahr aus erfundenen Gründen verschoben.“

    Die Tatsache, dass der Westen infolge der Ukraine-Krise das Zusammenwirken mit Russland im Antiterrorkampf gebremst hat, zeuge nach Ansicht des Diplomaten ein weiteres Mal von der Bereitschaft „bestimmter westlicher Staaten“, gemeinsame Ziele eigenen geopolitischen Aufgaben zu opfern.

    Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus müsste gemeinsam und ohne Politisierung und „doppelte Standards“ geführt werden, betonte Syromolotow. „Der Westen, die USA, haben anscheinend Probleme damit. Gerade der westliche Kurs auf den Sturz den ihnen nicht genehmen Regimes im Nahen Osten und in Nordafrika hat zur Zerstörung von Sicherheitsmechanismen einiger Länder der Region, zur Radikalisierung in der moslemischen Welt und als Folge zu einer unkontrollierten Ausbreitung von Terrorgruppierungen, darunter auch des ‚Islamischen Staates‘, geführt.“

    „Selbst unter den gegenwärtigen Bedingungen wird das Zusammenwirken im Antiterrorkampf in gewissem Maße fortgesetzt, darunter auch hinsichtlich der Neutralisierung des ‚Islamischen Staates‘“, fügte der Vizeaußenminister hinzu.

    „Und dies trotz der klaren Unterschiede bei der Einschätzung des Ursprungs des ‚Islamischen Staates‘ und der Modalitäten des jetzigen Kampfes gegen diesen. Dies gibt Grund zur Hoffnung, dass sowohl Russland, als auch die USA daran interessiert sind, die von der Terrormiliz ausgehende Bedrohung zu beseitigen. Es kommt auf die Suche nach entsprechenden gegenseitig annehmbaren Lösungen an.“

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, EU, NATO, G8, Oleg Syromolotow, USA, Russland, Ukraine, Nahosten