22:19 18 Dezember 2018
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    Washington zu Tode erschrocken vor Putins Eurasien-Projekt – Experte

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    Die USA und EU haben Putins Idee eines ,großen Europa-Hauses’ verpasst. In dem sich rasch entwickelnden Eurasien-Haus wird es nun keinen Platz für US-Kriegs-Falken geben, wie der Journalist und politische Kommentator Pepe Escobar in dem US-Magazin „The Nation“ schreibt.

    Vom 8. bis 10. Juli hatte in der Ufa, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Baschkortostan, der siebte Brics-Gipfel stattgefunden. Die Brics-Gruppe ist eine nicht formelle zwischenstaatliche Vereinigung von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Dem Brics-Gipfel schloss sich in der Millionenstadt Ufa ein Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) an. Seit der Begründung der SOZ im Jahr 2001 gehören Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan ihr an. Kürzlich wurde auch die Aufnahme Pakistans und Indiens in die Organisation besiegelt.

    Der Analytiker betont, dass die Verbindung der beiden Gipfel ein brillanter diplomatischer Schachzug von Russlands Präsident Wladimir Putin sei. In Ufa habe Russland gegenüber Washingtons imperialistische Logik seine „Soft Power“ gezeigt, die eine weitentwickelte strategische Partnerschaft aufweist.

    „Indem Moskau alle Führer der SOZ und BRICS unter einem Dach versammelte, zeigte es eine Vision der dynamischen geopolitischen Struktur, die in der eurasischen Integration verankert ist", schreibt der Journalist.

    Eine wichtige Rolle in dieser Struktur sei dem Iran zugeordnet worden, der sich von den jahrelangen westlichen Sanktionen gekonnt befreite – aufgrund seiner geographischen Lage wird Teheran zu einem führenden Knotenpunkt in Eurasien, da es einen perfekten Zugang zu den offenen Meeren hat, über welchen Russland nicht verfügt, betont Escobar.

    In diesem Gebiet konzentrieren sich laut Escobar die wirtschaftlichen Interessen von Russland, China und Indien, und deshalb integrieren sich die zentralasiatischen Länder in eurasische Institutionen – die Asian Infrastructure Investment Bank und die New Development Bank der BRICS. Darüber hinaus werde in der gesamten eurasischen Region eine Freihandelszone entwickelt.

    Von erheblicher Bedeutung sei für die Gipfelteilnehmer ein stabiles Afghanistan, das offener für chinesische, russische, indische und iranische Investitionen wird und die Möglichkeit bietet, ein lang erwartetes Projekt umzusetzen – die Gaspipeline durch Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien (TAPI).

    Vor ein paar Jahren habe Wladimir Putin angenommen, dass die Schaffung eines „großen Europa-Hauses“ von Lissabon bis Wladiwostok real sei, doch die Europäische Union, die unter Druck von Washington stand, ignorierte diese Idee, berichtet Escobar.

    Doch irgendwann werde das eurasische Heartland mit Russland und China Europa, Südasien und sogar Afrika verbinden, betont der Journalist. Dies werde ein vielversprechendes „neues großes Spiel in Eurasien" sein.

    In der Militärstrategie der USA bezeichnet das Pentagon Russland, China und der Iran als „revisionistische Staaten" und als Hauptbedrohung für die Sicherheit der USA.

    Das Pentagon beabsichtige nicht, zur Diplomatie zu greifen – selbst nach den Wiener Gesprächen über das iranische Atomprogramm hätten sich „Falken" gefunden, die behaupten, dass „die militärische Option" bei der Lösung der Situation mit dem Iran immer noch relevant sei. Auch Russland sei nach deren Meinung eine „existenzielle Bedrohung", so Escobar.

    Aber die USA hätten den Moment verpasst, und jegliche Reaktion seitens der Vereinigten Staaten würde ein Spiegelbild ihrer Angst vor der Vertiefung der Beziehungen zwischen Russland und China werden.

    Die Wirtschaftszone der Seidenstraße, die wachsende BRICS und SOZ, chinesische Banken – all dies seien „gemeinsame Anstrengungen", die in Ufa von Russlands und Chinas Staatschefs Wladimir Putin und Xi Jinping besprochen wurden und die Zukunft der eurasischen Integration bestimmen, beteuert der Journalist.

    „Was die Vereinigten Staaten angeht, so sind sie in einer Situation, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie wie Adler emporfliegen. Washington ist zu Tode erschrocken“, resümiert der Analyst.

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    SOZ-Gipfel in Ufa, BRICS-Gipfel 2015 in Ufa, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, BRICS, Pepe Escobar, USA, Russland, China, Indien