16:05 21 April 2019
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    Russisches Einfuhrverbot zieht Preise für Schweinefleisch in EU nach unten

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    Das russische Importverbot für Lebensmittel aus Europa hat zu einer Übersättigung des europäischen Marktes mit Schweinefleisch und als Folge zu einem Einnahmenrückgang für die Hersteller geführt, wie Sophie Renard, Expertin des belgischen Colleges für Agrarproduzenten, einschätzt.

    Das in der EU befindliche Schweinefleisch, das nicht mehr nach Russland exportiert werden darf, überflutet nach Worten der Expertin den europäischen Markt. „Das bedeutet, dass das Angebot steigt und die Preise sinken“, sagte Renard in einer Sendung der Fernseh- und Rundfunkanstalt RTBF.

    Laut der Expertin hat der Preisrückgang eine negative Auswirkung auf die belgischen Produzenten von Schweinefleisch. Vor der Einführung des Lebensmittelembargos hatte Belgien jährlich mehr als 34.000 Tonnen Schweinefleisch nach Russland exportiert. Infolge des Exportverbots haben die belgischen Schweinezüchter vier Prozent ihres Ausfuhrmarktes verloren, so RTBF.

    Unter den Russland-Sanktionen leiden aber nicht nur die belgischen Schweinefleischproduzenten, sondern auch die gesamte EU. Einer Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge hat die europäische Wirtschaft wegen der Sanktionen 109 Milliarden Euro verloren.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Ukraine-Krise verschlechtert. Die EU und die USA sowie Kanada, Australien und Norwegen verhängten Sanktionen zuerst gegen einzelne Personen und Unternehmen, später aber gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft.

    Im Gegenzug hat Russland ein Importverbot für Lebensmittel aus diesen Ländern erlassen. Unter den für die Einfuhr verbotenen Lebensmitteln sind Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, Fisch, Milch- und Meeresprodukte sowie Obst, Gemüse, Nüsse und Käse.

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