19:19 27 November 2020
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    Laut dem früheren Ministerpräsidenten der Ukraine Nikolai Asarow sollte sein Land damit aufhören, von einem Beitritt zur „wunderschönen und friedlichen“ Nato zu träumen, und sich auf die Normalisierung der Beziehungen mit Russland konzentrieren.

    Der Politiker führte Umfragen an, denen zufolge 41 Prozent der Ukrainer bereit wären, auf den Nato-Beitritt ihres Landes im Interesse des Friedens und der Stabilität zu verzichten. Auffallend sei allerdings, dass etwa dieselbe Zahl der Ukrainer bereit wäre, Frieden und Stabilität aufzugeben, damit sich die Ukraine dem westlichen Militärbündnis anschließt.

    „Die Beteiligung der Ukraine an der Nato oder anderen Militärbündnissen würde eine Aufstockung ihrer Militärausgaben erfordern. (…) Die Ukraine hat diese Mittel einfach nicht. Das wäre mit einem Nato-Beitritt Bangladeschs vergleichbar. Das ist bitter, aber die Wahrheit“, so Asarow.

    Die Erhöhung der Rüstungsausgaben angesichts unterfinanzierter Bereiche wie Gesundheit und Bildung, soziale Vergünstigungen und Wissenschaft nannte er „ein Verbrechen gegen das ukrainische Volk“.

    „Das Regime in Kiew hat es großenteils geschafft, das Volk zu belügen, indem Russland als Aggressor und Feind dargestellt wurde. Man sollte aber nicht die Ursache und die Folge verwechseln“, so der Ex-Premier weiter.

    Der Politiker zeigte sich überzeugt, dass die Ukraine die Entstehung einer solchen ideologischen Haltung dem Staatsstreich zu verdanken habe, der „durchgedrehte Russlandhasser an die Macht gebracht“ habe. Die späteren Strafaktionen des Kiewer Regimes auf der Krim und im Donezbecken seien der Grund, warum die Ukraine in eine so schwierige Lage geraten sei.

    Der Abbruch der Wirtschaftskontakte mit Russland habe bereits zu katastrophalen Folgen für die ukrainische Wirtschaft geführt, so Asarow weiter. Falls sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter zuspitzen sollten, würde die ukrainische Wirtschaft zusammenbrechen. „Deshalb sollten dieses Regime aufgelöst sowie die Wirtschaftskontakte mit Russland wiederhergestellt und erweitert werden, was nur mit einem neutralen Status der Ukraine möglich wäre. Das würde für uns nicht nur die weitere Entwicklung ermöglichen, sondern auch unsere Sicherheit und Stabilität sowie unseren Frieden garantieren“, betonte Asarow.

    Die Ukrainer sollten endlich begreifen, dass die Alternative dafür nur die Zerstörung und Armut ihres Landes wäre, ergänzte der Politiker.

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    Tags:
    NATO, Nikolai Asarow, Bangladesch, Ukraine