16:35 21 November 2019
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    Ob Trump oder Clinton: Hoffnung auf Wandel nach US-Wahl 2016 unbegründet – Experte

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    Der US-Milliardär Donald Trump liegt momentan bei den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner überraschend in Führung. Nach Ansicht des deutschen Geopolitik- und Wirtschaftsexperten Markus Miller sind aber seine Erfolgschancen bei den Wahlen 2016 eher gering.

    Donald Trump
    © REUTERS / Brendan McDermid
    Der US-Milliardär Donald Trump führt im Vorwahlkampf um die Präsidentschaft unter den möglichen Kandidaten der Republikanischen Partei. Dies ergibt eine Umfrage, die durchgeführt wurde. Der jüngsten, von der Nachrichtenagentur Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchgeführten Umfrage zufolge sind 25 Prozent der US-Bürger bereit, für Trump zu stimmen. Sein Hauptkonkurrent Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur von Florida, erhielt nur 12 Prozent der Stimmen der potentiellen Wähler.

    Dass der US-Milliardär in den Umfragen relativ deutlich vorne bei den Republikanern liegt, ist für den geopolitischen Experte Markus Miller überraschend. Trumps Kandidatur beurteilt er nämlich sehr kritisch: „Ich räume Trump im Jahr 2016 keine großen Chancen ein, weil ich glaube, dass er bis dahin noch ganz gravierende Fehler in seiner Kommunikation machen wird – wegen seines fehlenden staatsmännischen Verständnisses und des fehlenden Vertrauens gegenüber anderen Staaten und seiner Kommunikationspolitik insgesamt“.

    Zwei Äußerungen des Milliardärs haben bereits für viel Kritik gesorgt. Vor rund zwei Wochen warf der 69-Jährige mexikanischen Zuwanderern pauschal vor, sie seien Vergewaltiger und Schmarotzer. Später attackierte er auch den prominenten republikanischen Senator John McCain. Trump bezeichnete McCains Beteiligung am Vietnam-Krieg als nicht besonders heldenhaft, weil dieser mehrere Jahre lang in der Gefangenschaft verbrachte. Trump dagegen schätze die Menschen, die nicht gefangen worden seien.  Das alles macht Trump also zu einem unwahrscheinlichen Kandidaten der Republikaner. Sollte er doch als Kandidat nominiert werden, hätte er dann trotzdem wenig Chancen gegen die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, äußerte Miller.

    Die hohe Zahl der möglichen Kandidaten ist Miller zufolge auf eine starke Orientierungslosigkeit im Lager der Republikaner zurückzuführen. „Im Gegensatz zu den Demokraten haben die Republikaner keine klare Führungsfigur. Das republikanische Lager vertreten unterschiedlichste Meinungen von extrem rechts bis moderat liberal und konservativ“. Manche Politiker wissen bestens, dass sie keine Chance haben, vermutet Miller. Ihre Teilnahme an der Kampagne betrachten sie ausschließlich als ein Marketing-Tool, um andere Ziele zu erreichen, so der Experte.

    Egal welcher Präsident 2016 komme — eine Revolution werde er nicht auslösen. Der Wandel, den man sich etwa von Barack Obama erhofft habe, habe nicht stattgefunden, betont der Experte. „Wenn ein Präsident in Amerika gewählt wird, dann hat er es unheimlich schwer, gegen die bestehenden Strukturen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Lobby-Verbänden, dem Senat und der Opposition seinen Willen durchzusetzen. So glaube ich nicht, dass sich innen- und außenpolitisch Vieles verändern wird“.

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    Tags:
    Geopolitik, US-Präsidentschaftswahl 2016, Donald Trump, Jeb Bush, Markus Miller, Hillary Clinton, John McCain, USA