03:25 14 Dezember 2017
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    Finnen auf US-Sanktionsliste: Helsinki fordert Aufklärung

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    Washington soll Helsinki die gesetzliche Grundlage dafür vorlegen, warum Finnlands Bürger auf die neue „schwarze Liste“ der USA gesetzt wurden, wie die Direktorin der Rechtsabteilung des finnischen Außenministeriums, Päivi Kaukoranta, am Freitag der Agentur Rossiya Segodnya mitteilte.

    „Tatsächlich haben wir die Information bekommen, dass einige natürliche Personen und Organisationen Finnlands auf die Sanktionsliste der USA gesetzt wurden, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde. Unser Ministerium hofft darauf, dass (die USA – Red.) Auskunft darüber geben werden, aus welchem Grund finnische Bürger in diese Liste aufgenommen wurden“, sagte Kaukoranta.

    Wie Finnlands Außenminister Timo Soini am Freitag äußerte, interessiert ihn, welche Folgen das für Finnland haben werde.

    Zuvor hatte das US-Finanzministerium die Erweiterung der Sanktionsliste um weitere elf Personen und 15 Unternehmen bekannt gegeben. Betroffen seien unter anderem der russische Geschäftsmann, Roman Rotenberg, der, wie sich herausgestellt hat, eine Doppelbürgerschaft – Russlands und Finnlands – hat, und der finnische Bürger Kai Paananen.

    „Letztendlich ist es recht seltsam, dass ein Bürger Finnlands unter Sanktionen fällt. Ich habe den USA in keiner Weise geschadet. Ich betrachte es als eine Kränkung, denn ich bin lediglich für den finnischen Export ins Ausland verantwortlich. Diese Frage müssen die Behörden klären“, sagte Kai Paananen gegenüber der finnischen Zeitung „Helsingin Sanomat“.

    Neben unmittelbar russischen Unternehmen und Organisationen stünden jetzt auf der Sanktionsliste auch vier finnische Unternehmen.

    Laut dem US-Außenministerium ist der Grund dafür die Unterstützung des russisch-finnischen Geschäftsmannes Gennadi Timtschenko und des russischen Oligarchen Boris Rotenberg durch diese Personen und Organisationen. Finnland fordert jedoch weiter Erklärungen von den USA.

    Petteri Salolainen, Abgeordneter der Partei „Nationale Koalition“, hat eine Erörterung der Frage im Parlamentsausschuss Finnlands für auswärtige Angelegenheiten verlangt.

    Auf der „schwarzen Liste“ stehen zudem Airfix Aviation, die dem US-Finanzministerium zufolge Büros in Finnland und der Schweiz hat; IPP Oil Products LTD (Zypern); OY Långvik Capital LTD (Finnland); das Unternehmen MAKO Holding (Donezk, Ukraine), das angeblich mit dem Sohn des ukrainischen Ex-Präsidenten, Alexandr Janukowitsch, in Verbindung steht; SET Petrochemicals OY (Finnland); SouthEast Trading OY, deren Büros sich in Rumänien, Russland und Finnland befinden; SouthPort Management Service Limited, das auf den britischen Jungferninseln und auf Zypern registriert ist.

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    Tags:
    Sanktionen, Außenministerium Finnlands, Päivi Kaukoranta, Roman Rotenberg, Timo Soini, USA, Russland, Finnland
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