13:13 27 Oktober 2020
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist nach Katar gekommen, um mit seinen Amtskollegen aus den USA und Saudi-Arabien dort zu verhandeln. Nach Ansicht eines Experten will Russland die USA daran hindern, Revolutionen überall zu stiften. Washington schließt unterdessen Luftangriffe gegen die syrischen Truppen nicht aus.

    Die Onlinezeitung LifeNews zitiert am Montag den russischen Nahost-Experten Jewgeni Satanowski mit den Worten: „Unabhängig davon, was Lawrow den Amerikanern und erst recht den Saudis sagt, werden sie an ihrem Kurs auf den Sturz von Baschar Assad festhalten. Doch Lawrow vertritt eine prinzipielle Position, indem er zeigt, dass sich unser Außenministerium vom US-Außenamt nicht befehligen lässt.“

    „Russland versucht, unsere US-Kollegen daran zu hindern, ihre Revolutionen auf die ganze Welt auszubreiten und ihre Demokratisierung überall aufzuzwingen. Einst hatte die Sowjetunion den Sozialismus weiterverbreitet und Regierungen in verschiedenen Regionen der Welt für diese Zwecke gestürzt. Heute ist Amerika eine solche Sowjetunion“, so Satanowski. 

    Zu den Differenzen zwischen Moskau und Washington wird wohl auch die jüngste Entscheidung der US-Regierung beitragen. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat Barack Obama erlaubt, US-Kampfjets gegebenenfalls auch gegen die syrischen Regierungstruppen einzusetzen, um die mit Amerikas Hilfe militärisch ausgebildeten syrischen Oppositionskräfte zu verteidigen.

    Laut „WSJ“ hält das Pentagon diesen Luftwaffeneinsatz allerdings für wenig wahrscheinlich, denn die US-trainierten Oppositionskräfte sollen nicht gegen das Assad-Regime, sondern gegen den „Islamischen Staat“ kämpfen. Deshalb sollen sie außerhalb der Gebiete stationiert werden, die von der syrischen Armee kontrolliert werden. Falls sie aber trotzdem von den Regierungstruppen angegriffen werden, behalten sich die USA „alle notwendigen Maßnahmen“ vor, wie Alistair Baskey vom Nationalen Sicherheitsrat der USA betonte.

    Ihr Trainingsprogramm für syrische Oppositionelle hatten die USA im Mai gestartet. Demnach sollen bis zu 5.400 Mann jährlich militärisch ausgebildet werden. US-Verteidigungsminister Ashton Carter räumte allerdings ein, dass das Programm auf Schwierigkeiten stößt, weswegen derzeit nur 60 Mann trainiert werden. 

    Satanowski kommentierte in diesem Zusammenhang: „Es ist den Amerikanern nichts gelungen und es wird auch nichts gelingen in Bezug auf diese Militärausbildung.“ Mit solchen Programmen habe das Pentagon bereits in Afghanistan und im Irak versucht, doch die meisten ausgebildeten Kämpfer seien zu den Islamisten übergelaufen, so der Experte.

    Der russische Außenminister verhandelt in Doha unterdessen nicht nur mit den Amerikanern und den Saudis, sondern auch mit der katarischen Führung. Das russische Außenministerium teilte mit: „Zur Erörterung steht insbesondere die Problematik der Friedensregelung in Syrien, im Jemen und in Libyen, und zwar im Hinblick auf eine Konsolidierung der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um gegenseitig akzeptable Lösungen der dortigen militärpolitischen Krisen. Unter anderem geht es um einen effizienten koordinierten Kampf gegen die universelle terroristische Bedrohung durch den ‚Islamischen Staat’, die Al-Qaida und weitere solche Gruppen.“

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    Tags:
    Sergej Lawrow, Barack Obama, Jewgeni Satanowski, Baschar al-Assad, USA, Russland, Saudi-Arabien, Syrien