04:36 18 Juni 2019
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    Sergej Lawrow, John Kerry und Adel al-Jubeir

    Gespräche zwischen Russland, USA und Saudi Arabien: keine Einigung zu Syrien

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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow, US-Außenamtschef John Kerry und der saudische Außenminister Adel al-Jubeir haben sich bei dem Treffen in Katars Hauptstadt Doha in Syrien-Frage nicht einigen können. Der alte Stolperstein – das Schicksal des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad – verbaut weiter den Weg.

    Die Verhandlungen werden von immer neuen Umständen erschwert, der jüngste davon ist der Beschluss der amerikanischen Seite, Luftschläge auf syrische Regierungsobjekte zu verüben, falls Washington diese als für die Truppen der moderaten Opposition bedrohlich erachten sollte.

    „Ich glaube nicht, dass es mir gelungen ist, die Haltung der USA ins Wanken zu bringen. In dieser Frage gehen unsere Meinungen offensichtlich auseinander“, gestand Lawrow nach den Verhandlungen.

    Den offiziellen Teil seines Besuches in Doha begann der russische Außenminister mit einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad al-Thani. Dabei ging es um die Energiewirtschaft und die Vorbereitung auf die Fußballmeisterschaften 2018 und 2020, die in Russland bzw. in Katar stattfinden sollen. Nach dem Besuch in der Kanzlei von al-Thani führte Lawrow mehrere bilaterale Gespräche. Als erster traf Omans Premierminister Yusuf bin Alawi ein. Ihm folgten der Ex-Chef der Syrischen Nationalkoalition, Ahmed al-Khatib, der Vorsitzende des Politbüros der Hamas, Chaled Maschaal, später am Abend traf sich Lawrow mit dem katarischen Außenminister Khalid al-Attiyah.

    Bei den meisten dieser Treffen stand die Lage in Syrien im Mittelpunkt: die Golfstaaten nehmen aktiv an den Angelegenheiten des Nahen Ostens teil.

    Laut Wladimir Sotnikow vom Orient-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften versucht die russische Seite in Doha herauszufinden, wie man die arabischen Staaten in den gemeinsamen Kampf gegen den IS einbeziehen kann, ohne dass dabei die Gefahr einer Absetzung von Baschar al-Assad bestehen würde. "Es geht also darum, einen Deal anzubieten, der die Interessen Syriens, aber auch anderer betroffener Länder berücksichtigen würde", glaubt der Experte.

    Das Thema Syrien wurde auch bei einer der wichtigsten geplanten Veranstaltungen des Tages aufgegriffen: dem trilateralen Treffen von Lawrow, dem US-Außenminister und dem saudischen Außenamtschef.

    Allerdings haben bei diesem Treffen die Seiten nur die alte These über allseitige Unterstützung der Bemühungen des UN-Sondergesandten zu Syrien, Staffan de Mistura, bekräftigt, die alten Kontroversen sind jedoch geblieben.

    „Es scheint uns kontraproduktiv, öffentlich zu erklären, dass manche von den Amerikanern ausgebildete bewaffnete Truppen, die trotz der Position der syrischen Regierung in das Land entsandt werden, unter dem Schutz der US-Luftstreitkräfte stehen werden“, sagte unter anderem Sergej Lawrow.

    „Es entstehen viele Fragen, die die Aufgabe im Kampf gegen die Terroristen erschweren können, denn es fällt oft schwer, sich dessen klarzuwerden, wer gegen wen kämpft und wer wen daran stört“, fügte er hinzu.

    Die größte Gefahr im Nahen Osten verkörpert derzeit nicht etwa Baschar al-Assad, sondern der Islamische Staat, unterstrich Lawrow.

    „Wir leisten der syrischen Regierung Militärhilfe zum Kampf gegen diese Bedrohung. Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass ohne diese Unterstützung die von Terroristen besetzten Gebiete weitaus noch viele Hunderte und Tausende Kilometer mehr zählen würden“, erwiderte der russische Außenminister auf die Vorwürfe bezüglich der Unterstützung von Assad.

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    Terrormiliz Daesh, Staffan de Mistura, Wladimir Sotnikow, Khalid al-Attiyah, Chaled Maschaal, Ahmed al-Khatib, Yusuf bin Alawi, Emir Tamim bin Hamad al-Thani, Baschar al-Assad, Adel al-Jubeir, John Kerry, Sergej Lawrow, Nahosten, Saudi-Arabien, Syrien, USA, Russland