23:39 20 November 2019
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    Ukrainische Armee

    Kiew: Weitere Teil-Mobilmachung erforderlich

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    Die Ukraine muss laut dem Verteidigungsministerium weitere Reservisten einziehen, um die Situation im Donbass unter Kontrolle zu halten.

    „Wir müssen erreichen, dass der größte Teil der männlichen Bevölkerung des Landes zumindest versteht, wie eine Maschinenpistole funktioniert“, sagte der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Juri Birjukow, am Dienstag dem Sender Hromadske TV.

    „Dazu müssen wir erneut die Einberufung zum Wehrdienst erlassen – sie wurde eben angeordnet.“ Die Mobilmachung muss fortgesetzt werden, weil „russische Truppen in der Konfliktregion nur mit zahlenmäßiger Überlegenheit aufgehalten werden können“.

    Russland lehnt seinerseits jegliche Anschuldigungen ab und erklärt, dass Moskau keine Partei in dem innerukrainischen Konflikt ist und dass es keine russischen Truppen in der Ukraine gibt und jemals gegeben hat. Moskau erklärte mehrmals, dass es daran interessiert sei, dass die Ukraine ihre politische und wirtschaftliche Krise schnellstmöglich überwindet. Der russischen Seite zufolge seien alle Anschuldigungen bezüglich der Einmischung in die ukrainische Krise unbegründet.

    Die Wehrpflicht war in der Ukraine 2013 abgeschafft worden, nachdem Kiew den Kurs auf eine Berufsarmee angekündigt hatte. Nach Beginn der Sonderoperation im Donbass im April 2014 ordnete Alexander Turtschinow, der damals amtierender Präsident der Ukraine war, erneut die Einberufung zum Wehrdienst an. 2014 wurden allerdings keine Soldaten zum Grundwehrdienst einberufen. Stattdessen gab es drei Teil-Mobilmachungen.

    Für 2015 sind weitere drei Teilmobilmachungen geplant, zwei von ihnen wurden bereits durchgeführt. Kiew ordnete zudem erneut den Grundwehrdienst an. Die ukrainischen Behörden beabsichtigen somit, eine Rotation der Soldaten im Donbass vorzunehmen.

    Im April 2014 hatte die ukrainische Staatsführung eine militärische Operation gegen die Bewohner des Donezbeckens im Osten der Ukraine begonnen, die mit dem Februar-Staatsstreich nicht einverstanden gewesen waren.

    UN-Angaben zufolge sind im Laufe des Konfliktes mehr als 6.800 Zivilisten ums Leben gekommen.

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    Tags:
    Berufsarmee, Wehrdienst, Mobilmachung, Verteidigungsministerium der Ukraine, Juri Birjukow, Alexander Turtschinow, Russland, Ukraine, Donbass