18:51 30 November 2020
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Bei den jüngsten Gesprächen in Katar hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow Einzelheiten des Plans von Wladimir Putin für den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ publik gemacht. Es geht um die Schaffung einer breiten Koalition, zu der die syrische und die irakische Armee, die Kurden und die Länder der Region gehören würden.

    Der Chefredakteur der Zeitung „Iran Press“ und ständige Experte  von Sputnik Persian, Emad Abshenass, meinte dazu: „Die einzige  Methode, den Terrorismus in Syrien und im Irak auszumerzen, ist, unter den gegebenen Bedingungen dem russischen Plan zu folgen.“

    „Denn diese Initiative setzt vor allem einen politischen Mechanismus zur Überwindung der Krise voraus, ebenso eine Vereinigung aller in ihn einbezogenen und interessierten Seiten zur Abwehr der weltweiten terroristischen Bedrohung“, betonte der Experte. „Selbst wenn der ‚Plan Putins‘ in der nächsten Zeit von der Weltgemeinschaft nicht als eine Anleitung zum Handeln akzeptiert werden sollte, wird früher oder später trotzdem seine Logik und Ausgewogenheit bewusst werden. Nur kommt jetzt ein Zögern dem Tode gleich.“

    „Wir haben gesehen, dass der Westen fast vom ersten Tage der syrischen Krise an auf einer militärischen Regelung des Konflikts bestanden hatte“, äußerte Emad Abshenass. „Nun sehen wir, dass ein solches Szenarium kein Ergebnis gebracht hat. Moskau und Teheran bestanden ihrerseits von Anfang an auf einer Priorität diplomatischer Methoden und behaupten ihre Position auch heute. Sollte die russische Initiative nicht akzeptiert werden, riskiert die nahöstliche Krise, sich über lange Jahre hinzuziehen.“

    Shuaib Bahman aus dem Teheraner Zentrum zum Studium des Irans und Eurasiens (IRAS), sagte in einem Interview mit Sputnik Persian: „Es ist kein Geheimnis, dass die Kräfte, die  dem ‚Islamischen Staat‘ in Syrien und im Irak widerstehen, ihre Erfolge zu einem großen Teil der Unterstützung aus Moskau (was Sergej Lawrow zugegeben hat) und aus Teheran zu verdanken haben. Der Iran erklärt in den letzten Monaten immer öfter seine Bereitschaft, eine ‚vollwertige‘ Koalition zum Kampf gegen den IS zu organisieren. Die Initiative von Wladimir Putin werde in der Islamischen Republik Iran gewiss mit Enthusiasmus aufgenommen.“

    „Der von Herrn Lawrow verkündete Plan zur Regelung der Syrien-Krise ist einfach verpflichtet dazu, Unterstützung bei jenen Ländern zu finden, die hoffen, dem ‚Islamischen Staat‘ und anderen terroristischen Gruppierungen im Nahen Osten ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Ein solches Land ist der Iran, der den Kampf gegen den Terrorismus zur strategischen Aufgabe des Staates erklärt hat und sich als einer der Ersten dem IS entgegengestellt hatte. In Teheran verhielt man sich seitdem negativ zur Bildung egal welcher Vereinigungen zum Kampf gegen den IS ohne seine Beteiligung. Nun erhält die Islamische Republik Iran die Möglichkeit, in den Bestand einer realen Koalition gegen den IS einzugehen.“

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    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Sergej Lawrow, Moskau, Syrien, Iran