10:43 01 Oktober 2020
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    Die Äußerung des US-Präsidenten Barack Obama, das europäische Segment der Raketenabwehr werde nach der Erlangung einer Einigung mit dem Iran nicht mehr nötig sein, hat sich wohl als unwahr herausgestellt, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch konstatierte.

    „US-Präsident Obama sagte zuvor, dass die Notwendigkeit der Herstellung eines Raketenschilds in Europa im Falle eines Atomdeals mit dem Iran entfallen würde. Es sieht so aus, er hat damals nicht die Wahrheit gesagt“, so Lawrow.

    Die US-Pläne zum Aufbau des europäischen Segments der Raketenabwehr, das Europa vor ballistischen Raketen schützen würde, sind weiterhin eines der größten Probleme in den russisch-amerikanischen Beziehungen.

    Derzeit verfügen die USA über zwei strategische Segmente der Raketenabwehr auf eigenem Territorium – in Alaska und in Kalifornien. Das erste wurde nach dem Ausstieg Washingtons aus dem ABM-Vertrag (Anti-Ballistic Missile Treaty) aufgebaut.

    Russland hat ein Segment der strategischen Raketenabwehr im Raum Moskau. Jetzt planen die USA, das dritte Segment der Raketenabwehr in Europa aufzubauen. Das bedeutet faktisch die Einrichtung eines globalen Systems der Raketenabwehr, das das Gleichgewicht der Kräfte in der Welt ändern kann.

    Die US-Behörden hatten mehrmals erklärt, dass das europäische Segment der Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet sei. Ihnen zufolge komme die Zusammenarbeit im Bereich der Raketenabwehr sowohl den USA und der Nato als auch Russland zugute.

    Für die russische Seite sind schriftliche juristische Garantien dafür, dass US-Raketenabwehrsysteme in der EU nicht gegen Moskau gerichtet werden, von grundsätzlicher Bedeutung. Die Nato ruft Russland dagegen dazu auf, ihr aufs Wort zu glauben.

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    Atomabkommen, Raketenabwehr, Barack Obama, Sergej Lawrow, Iran, Europa, USA, Russland