20:08 20 Februar 2020
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    Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine könnten auf einen beginnenden zweiten Bürgerkrieg in dem Land hindeuten, sagte der US-Geschichtsforscher Stephen Cohen in der „John Batchelor“-Show.

    Laut Cohen wird es sich um einen Krieg zwischen der von Washington unterstützten Kiewer Regierung und der stetig zunehmenden Bewegung von Ultranationalisten handeln. Dabei seien Kämpfer der Gruppierung Rechter Sektor, unter ihnen ein großer Anteil radikaler Neonazis, wahrscheinlich am einflussreichsten.

    Der Rechte Sektor ist ein ukrainischer Verbund radikal-nationalistischer Gruppen. Im November 2014 hatte das Oberste Gericht der Russischen Föderation die rechtsradikale Organisation zur extremistischen Vereinigung erklärt und verbot ihre Tätigkeit in der Russischen Föderation. Im Januar 2015 wurde der Rechte Sektor auf die Liste der in der Russischen Föderation verbotenen Organisationen gesetzt. Zuvor wurde in Russland gegen den Anführer Dmitri Jarosch ein Strafverfahren wegen Aufrufes zu terroristischen Aktivitäten eingeleitet.

    Nach Ansicht des Historikers sei  Poroschenko vom Krieg müde geworden und bemühe sich nun darum, die Minsker Vereinbarungen einzuhalten, da das der einzige Weg für ihn sei, im Amt zu bleiben. Doch die Ultra-Rechten würden ihm nicht erlauben, Verhandlungen mit Donbass-Vertretern zu führen, obwohl diese von dem im Februar getroffenen Minsker Abkommen vorgesehen sind.

    Jene US-Vertreter, die für Waffenlieferungen an die Ukraine plädieren, sollten sich laut Cohen Gedanken darüber machen, wem genau sie dadurch tatsächlich helfen – Poroschenko oder dem Rechten Sektor.

    Cohen verweist zudem auf zunehmende Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Europa in Bezug auf den Ukraine-Konflikt. Das bedeute, dass Washingtons Politik gegenüber Russland und der Ukraine dem Scheitern nah sei.

    So nehme die Unzufriedenheit mit den antirussischen Sanktionen zu. Der Aussage Cohens nach, würden mehrere US-Kongressabgeordnete drei unterschiedliche Gründe für die Sanktionen nennen, sollten sie danach gefragt werden, weil sie sich darüber nicht einig seien.

    Einige sähen den Anschluss der Krim an Russland als Grund für die Sanktionen an, wobei jedoch klar sei, dass die Halbinsel nicht wieder Teil der Ukraine werden könne. Das würde bedeuten, dass die Sanktionen ewig anhalten würden. Andere Abgeordnete würden die Sanktionen mit dem Boeing-Absturz bei Donezk begründen, obwohl hier die Schuldigen noch nicht festgestellt worden seien.

    Wieder andere US-Politiker würden auf eine russische „Intervention“ in der Ukraine verweisen. Doch in diesem Fall könnten die Handlungen des Westens ebenfalls als Intervention bewertet werden, denn der Konflikt in der Ostukraine habe mit einem Bürgerkrieg begonnen. Dabei sei der Osten des Landes von Russland, und Kiew vom Westen unterstützt worden, so Cohen.

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    Tags:
    Krieg, Stephen Cohen, Russland, Ukraine