09:31 17 Januar 2019
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    Naher Osten: Russland und Saudi-Arabien haben USA im Machtspiel geschlagen – Medien

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    Politik
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    Die USA versuchten mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, haben jedoch ein Fiasko erlebt - die Freundschaft von Moskau und Riad hat ein neues Machtgleichgewicht im Nahen Osten entstehen lassen, wie die Journalistin Tereza Spencerová in der tschechischen Zeitung „Literarny noviny“ schreibt.

    Washington habe ein Fiasko erlebt: Nach einem Jahr von Versuchen und dem Verlust von Millionen Dollar habe das Pentagon nur eine kleine Gruppe von den USA ausgebildeten „gemäßigten“ Rebellen im Bestand der NSF (New Syrian Force) nach Syrien gebracht, die später in die Hände der Terrororganisation Al-Qaida und der al-Nusra-Front geraten seien.

    Darüber hinaus versuchten die USA auch die Türkei in den Krieg mit dem IS hineinzuziehen.  Doch sie hätten dabei vollkommen unterschiedliche Prioritäten: Das Hauptproblem von Ankara seien die Kurden, die für Washington wiederum die wichtigsten Verbündeten in der Region seien, so die Journalistin.

    „Es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie die US-Politik im Nahen Osten zum fünften Mal – seit dem Arabischen Frühling – versucht, eine Menge Tauben zur gleichen Zeit zu jagen (mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – d. Red.), ohne aber zu wissen, in welche Richtung man dabei gehen soll“, betont sie.

    Als Ergebnis bilde sich ein neues Machtgleichgewicht  im Nahen Osten, das durch die jüngsten Verhandlungen der Minister der USA, Russlands und Saudi-Arabiens in Katar hervorgehoben worden sei. „Russische Analytiker berichten ständig von einem,neuen’ Er-Riad, und der saudische Außenminister wird in ein paar Tagen erneut Moskau besuchen. Vor einigen Monaten wäre dies unglaubhaft erschienen, doch heute ist das offensichtlich die festeste Freundschaft auf der Welt“, berichtet Spencerová.

    Die iranische Nachrichtenagentur berichte, so Spencerová, dass Russland die saudische Regierung davon überzeugt habe, dass der Kampf gegen den IS und alle terroristischen Organisationen sehr wichtig für alle Akteure in der Region sei. Darüber hinaus habe die libanesische Zeitung „Al-Akhbar“ berichtet, dass Russland ohne Teilnahme der USA ein Treffen der Sicherheitsdienst-Chefs von Syrien und Saudi-Arabien vereinbart habe, wo nun weitere gemeinsame Maßnahmen diskutiert werden.

    Nach Ansicht von Spencerová wird Er-Riad, das die Einigung über das iranische Atomprogramm schon praktisch akzeptiert hat, einige Zeit brauchen, um sich auf eine strategische Änderung in Syrien vorzubereiten und eine „Säuberung“ im politischen Establishment vorzunehmen – also alle radikalen Wahhabiten und Sponsoren des Islamischen Staates aus der Elite zu entfernen.

    „De facto bedeutet das, dass die Tage der vom Westen ursprünglich unterstützten Opposition Syriens gezählt sind – alles wird mit einer Kapitulation enden. (…) Damaskus gewinnt Oberhand im Konflikt, die Saudis geben somit die Niederlage ihrer bisherigen Politik zu und Russland baut seine Stellung im Nahen Osten zum Nachteil der USA aus“, resümiert die Journalistin.

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    Tags:
    Syrien, Türkei, USA, Russland, Saudi-Arabien