11:21 06 Dezember 2019
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    Raketenschild

    Ausbau von US-Raketenabwehr nach Iran-Deal grundlos – Moskau

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    US-Raketenabwehr in Europa (57)
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    Russland sieht nach dem Iran-Deal keinen Bedarf mehr an der Stationierung von US-Raketenabwehrsystemen in Europa, wie der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Freitag bei einer Pressekonferenz beteuerte.

    „Wir sehen keinen Grund dafür, dass sie (die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Europa – Anm. d. Red.) fortgesetzt werden sollte, vor allem in einem solch verschärften Tempo und mit einer deutlichen Ausrichtung auf das russische Territorium", sagte er.

    Zuvor hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärt, dass die Äußerung von US-Präsident Barack Obama, das europäische Segment der Raketenabwehr werde nach der Erlangung einer Einigung mit dem Iran nicht mehr nötig sein, sich wohl als unwahr herausgestellt hat.

    S-300
    © Sputnik / Valeri Melnikov
    „US-Präsident Obama sagte zuvor, dass die Notwendigkeit der Herstellung eines Raketenschilds in Europa im Falle eines Atomdeals mit dem Iran entfallen würde. Es sieht so aus, als hätte er damals nicht die Wahrheit gesagt“, so Lawrow.

    Die US-Pläne zum Ausbau des Schutzschildes gegen ballistische Raketen in Europa sind weiterhin eines der größten Probleme in den russisch-amerikanischen Beziehungen.

    Derzeit verfügen die USA über zwei strategische Segmente der Raketenabwehr auf eigenem Territorium – in Alaska und in Kalifornien. Das erste wurde nach dem Ausstieg Washingtons aus dem ABM-Vertrag (Anti-Ballistic Missile Treaty) aufgebaut. Russland hat ein Segment der strategischen Raketenabwehr im Raum Moskau.

    Irans Generalstabschef Hassan Firouzabadi
    © AFP 2019 / Atta Kenare
    Jetzt planen die USA, ein drittes Segment der Raketenabwehr in Europa aufzubauen. Das bedeutet faktisch die Einrichtung eines globalen Systems der Raketenabwehr, das das Gleichgewicht der Kräfte in der Welt verändern kann.

    Die US-Behörden hatten mehrmals erklärt, dass das europäische Segment der Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet sei. Ihnen zufolge komme die Zusammenarbeit im Bereich der Raketenabwehr sowohl den USA als auch der Nato und Russland zugute.

    Für die russische Seite sind schriftliche juristische Garantien dafür, dass US-Raketenabwehrsysteme in der EU nicht gegen Moskau gerichtet werden, von grundsätzlicher Bedeutung. Die Nato ruft Russland dagegen dazu auf, ihr aufs Wort zu glauben.

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    Raketenabwehr, ABM-Vertrag, Sergej Lawrow, Barack Obama, Sergej Rjabkow, USA, Russland, Europa