17:06 08 Dezember 2019
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    Schuldenkrise in Griechenland

    Griechenland-Frage gefährdet Merkels „politische Unverletzlichkeit“ - Zeitung

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    Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel versucht sich gegenüber den Mitgliedern der eigenen Partei – der Christlich-Demokratischen Union – zu behaupten, die gegen die Gewährung eines dritten Hilfspakets an Griechenland sind, schreibt die „Financial Times“.

    Der Bundestag soll am Mittwoch über die Gewährung von 86 Milliarden Euro an Athen abstimmen, und Angela Merkel sei sich nicht sicher, ob die Abgeordneten ihrer eigenen Partei den Beschluss der Europäischen Union unterstützen werden. Die Kanzlerin habe sogar ihre Besuche in Italien und Brasilien verschoben, um sich während der politischen Debatten über die Gewährung des Geldes an Griechenland in Berlin aufzuhalten, heißt es.

    Der Bundestag werde zweifelsfrei dem dritten Hilfspaket für Griechenland mit Unterstützung der Sozial-Demokratischen Partei zustimmen, so die Zeitung. Aber der aktive Widerstand der Mitglieder der CDU und ihrer „Schwesterpartei“ – der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Bayern bilden die größte Herausforderung für Angela Merkel seit ihrem Amtsantritt und könnten die Meinung von ihrer „politischen Unverletzlichkeit“ gefährden. Zudem werden die Bürger Deutschlands immer skeptischer gegenüber der Gewährung von Geld an Griechenland, so die Zeitung.

    Laut den Parlamentsorganisatoren hat sogar Finanzminister Wolfgang Schäuble, der ursprünglich gegen jegliche Hilfe für Athen aufgetreten war, seinen Standpunkt geändert. Wie der Finanzminister am Sonntag erklärte, sind die griechischen Behörden bereit, allen Bedingungen für den Erhalt der Finanzhilfe nachzukommen. Deutschland und die Europäische Union würden dabei ihre Handlungen genau verfolgen, hieß es.

    Den Griechenland-Skeptikern im Bundestag zufolge kaufen sich Deutschland und die EU mit ihrer Hilfe für Athen für zunehmend großes Geld noch etwas Zeit, so die Zeitung.

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    EU, Financial Times, CDU/CSU, Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Deutschland, Athen, Bayern, Griechenland, Italien