02:58 26 Januar 2020
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Erklärungen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über eine mögliche Aggression Russlands gegen EU-Länder als irrsinnig und undenkbar bezeichnet.

    „Vorläufig sehen wir nur, dass die ukrainische Führung die Situation aufzuheizen versucht, indem sie undenkbare, irrsinnige Erklärungen abgibt.“ Als Beispiel dafür führte Lawrow die Auszüge aus dem jüngsten Interview des ukrainischen Staatschefs an.

    „Auf die Frage, wie er die Politik Russlands einschätzt, hat Poroschenko gesagt: ‚Putin will ganz Europa‘. ‘Ob eine Aggression Russlands gegen Finnland möglich ist?‘ ‚Ja‘. ‚Und gegen die baltischen Länder?‘ ‚Natürlich‘. ‚Und im Schwarzmeerraum?‘ ‚Ja. Deswegen kämpft die Ukraine nicht nur für ihre Souveränität und territoriale Integrität, sondern auch für Demokratie, Freiheit und Sicherheit des ganzen europäischen Kontinents“, zitierte Lawrow den ukrainischen Präsidenten.

    „Es ist klar, dass ein solcher Mann mehr darüber besorgt ist, die Russophobie im Westen zu unterstützen und künstlich die Spannungen zu verschärfen und damit die Aufmerksamkeit von seiner Unfähigkeit abzulenken, das, was er unterzeichnet hat, in die Tat umzusetzen“, sagte Lawrow gegenüber Journalisten.

    Die Unfähigkeit der jetzigen Kiewer Behörden zur Verständigung ruft bei Russland Lawrow zufolge starke Besorgnis hervor. Deswegen hoffe Moskau, dass die Teilnehmer des „Normandie-Formats“ alle diese Spiele durchschauen und die aufrichtigen Bemühungen Russlands zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen durch alle Konfliktparteien bemerken.

    „Und dass sie das Spiel, in welches die ukrainische Staatsführung jetzt alle zu verwickeln versucht, nicht übersehen“, so der Chefdiplomat.

    Im April 2014 hatte die ukrainische Staatsführung eine militärische Operation gegen die Bewohner des Donezbeckens im Osten der Ukraine begonnen, die mit dem Februar-Staatsstreich in Kiew nicht einverstanden gewesen waren.UN-Angaben zufolge sind im Laufe des Konflikts bereits mehr als 6.800 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Über die Regelung der Situation im Donbass wird unter anderem bei Treffen der Kontaktgruppe in Minsk verhandelt, die seit September vorigen Jahres bereits drei Dokumente zur Beilegung des Konfliktes angenommen hat.

    Die Ukraine und der Westen haben Russland wiederholt Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine vorgeworfen. Moskau wies diese Anschuldigungen zurück und erklärte mehrmals, Russland sei an dem innerukrainischen Konflikt nicht beteiligt und habe mit den Ereignissen im Südosten der Ukraine nichts zu tun.

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    Tags:
    Schwarzes Meer, Russophobie, Aggression, Petro Poroschenko, Sergej Lawrow, Kiew, Moskau, Russland, Ukraine, Europa, Minsk, Donbass