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    Situation in der Ukraine

    US-Historiker: Kiew und Washington erwägen Spaltung der Ukraine

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    Die Abtrennung des Donezbeckens von der Ukraine halten ukrainische und amerikanische Politiker laut US-Historiker Stephen F. Cohen nicht mehr für unmöglich. Laut ihm steht die Idee von einer Unabhängigkeit für den Donbass in Kiew und Washington seit Monaten im Raum.

    Kiew sähe ein, dass es weder die Sympathien der Menschen im Osten gewinnen noch diese militärisch bezwingen könne, sagte Cohen, Professor an der Princeton University und an New York University. „Die Politiker denken: Wäre es vielleicht besser, wenn die Ukraine als Nato-Partner oder künftiges Mitglied den Donbass einfach loswird?“

    Cohen verwies darauf, dass im Donbass, der seit Monaten um Unabhängigkeit von Kiew und um Integration mit Russland kämpft, „viele Russen leben“, und dass diese Kohleindustrieregion wirtschaftlich eng mit Russland verflochten sei. Weil Kiew die „Herzen und Köpfe“ der Donbass-Bevölkerung halt nicht erobern könne, sprechen laut Cohen Politiker in Washington und sogar Nationalisten in der Ukraine schon von „zwei Ukrainen“.

    Im Donezbecken dauert seit mehr als einem Jahr ein militärischer Konflikt an. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen gegen die östlichen Bergbaugebiete Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistischen Umsturz in Kiew vom Februar nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut den jüngsten UN-Angaben mehr als 6.800 Zivilisten ums Leben gekommen. Im Februar einigten sich die Konfliktgegner auf eine Waffenruhe und einen beiderseitigen Abzug schwerer Waffen. In den letzten Tagen flammten die Gefechte wieder auf.

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    Waffenruhe, NATO, Uno, Stephen Cohen, Lugansk, Donezk, Russland, Ukraine, Donbass